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Conversion-Optimierung: Woran erkennst du eine gute Agentur?

Woran du eine gute Agentur für Conversion-Optimierung erkennst, ab wann sie sich lohnt und welche Fragen du im Erstgespräch stellen solltest. Mit Warnsignalen und Beispielrechnung.

Jason Spizert

Jason Spizert

Veröffentlicht am

ca. 9 Min.

Die kurze Antwort

Eine gute Agentur für Conversion-Optimierung erkennst du an der Reihenfolge, in der sie arbeitet: Sie will zuerst deine Daten sehen, baut daraus eine Top-Prio-Liste, gestaltet und setzt die Änderungen selbst um und misst sauber, ob sie wirken, am besten am Umsatz pro Besucher. Wer dir vor der Analyse feste Prozente verspricht oder mit Buttonfarben anfängt, rät. Sinnvoll wird eine Agentur grundsätzlich ab etwa 150.000 Euro Umsatz im Monat, darunter bringen gezielte Änderungen meist mehr als ein Testprogramm.

Warum so viele schlechte Erfahrungen mit CRO-Agenturen haben

„Wir sind, was Agenturen angeht, ein gebrannter Markt.“
Gründer, Erstgespräch 2026

Den Satz höre ich oft, in verschiedenen Varianten. Und er ist fair. Viele Shops haben schon Geld in Conversion-Optimierung gesteckt und hinterher nicht gewusst, was es gebracht hat.

„Bei [unserem Shop] haben Sie verschiedene ‚optische‘ Tests laufen lassen. Das bringt uns aber gerade nichts.“
Shopbetreiberin, 2026

Das ist das typische Muster. Getestet wird, was leicht zu testen ist: Farben, Bilder, Button-Texte. Nicht das, was den meisten Umsatz kostet. Ein Test ohne Begründung ist kein Test, sondern ein Münzwurf mit Statistik.

Dazu kommt die Kaltakquise. Fast jeder Shopbetreiber bekommt Nachrichten, sein Shop sei „ausbaufähig“.

„Bin aber skeptisch denen mein Geld anzuvertrauen. Hat hier schon jemand Erfahrung mit Agenturen gemacht, welche wirklich halten was sie versprechen?“
Shopbetreiber, Shopify-Community

Genau deshalb lohnt es sich, vorher zu wissen, woran man eine gute Agentur erkennt.

Schlechte CRO-Agenturen testen, was leicht ist. Gute testen, was Umsatz kostet.

Brauchst du überhaupt eine Agentur?

Grundsätzlich lohnt sich Conversion-Optimierung mit einer Agentur ab etwa 150.000 Euro Umsatz im Monat. Ab da bringt schon ein kleiner Anstieg beim Umsatz pro Besucher spürbar mehr Geld, und es gibt genug Bestellungen, um Änderungen zu messen.

Wie schnell ein Test ein belastbares Ergebnis liefert, hängt an drei Dingen:

  • Besucher pro Monat: Ein Shop mit 1 % Conversion Rate braucht rund 79.000 Besuche, um einen Unterschied von 20 % sicher zu erkennen. Bei 5.000 Besuchen im Monat sind das knapp 16 Monate. Die Rechnung steht im Artikel A/B-Test im Onlineshop.
  • Herkunft des Traffics: Wer mit Direct-Response-Anzeigen arbeitet, testet Angebot, Landingpage und Botschaft zusammen mit den Anzeigen. Kommt der Traffic vor allem organisch, liegt der Hebel eher auf Produktseiten und Vertrauen.
  • Breite des Sortiments: Hängt der Umsatz an wenigen Bestsellern, lässt sich schneller testen als bei einem breiten Sortiment.
Wie lange ein A/B-Test bis zum Ergebnis braucht
5.000 Besuche im Monat
16 Monate
20.000 Besuche im Monat
4 Monate
80.000 Besuche im Monat
1 Monat
Beispiel: 1 % Conversion Rate, 20 % Unterschied zwischen den Varianten, rund 79.000 Besuche bis zum belastbaren Ergebnis, Werte gerundet. Bei wenig Traffic dauert ein einziger Test über ein Jahr.

Darunter brauchst du meist kein Testprogramm, sondern jemanden, der die drei größten Baustellen findet und gezielt ändert. Und wenn die Nachfrage nach dem Produkt fehlt, hilft keine Optimierung. Dann kommen Angebot und Positionierung zuerst.

Eine Agentur lohnt sich, wenn dein Traffic genug Bestellungen liefert, um Änderungen zu messen.

Drei Arten von Anbietern, und für wen sie passen

Reine CRO-AgenturKlassische Shopify-AgenturBeides aus einer Hand
StärkeTestprogramme, Statistik, AnalyseDesign, Entwicklung, Shop-AufbauAnalyse, Gestaltung, Umsetzung, Messung
Typischer KundeShops mit acht- bis neunstelligem Jahresumsatz und eigenem Design- und EntwicklerteamShops vor dem Launch oder RelaunchWachsende Shops ohne eigenes großes Team
LückeSetzt oft nicht selbst um, gestaltet nicht passend zur MarkeMisst nach dem Bauen oft nicht, ob mehr verkauft wirdMuss beides wirklich können, nicht nur behaupten

Reine CRO-Agenturen sind stark, wenn im Haus schon Leute sitzen, die Ergebnisse umsetzen. Fehlen die, landest du bei einem Bericht mit Empfehlungen, und die Arbeit beginnt erst.

Viele testen auch einfach weiter: Test, Ergebnis, nächster Test. Grundsätzliche Baustellen im Shop, ein Design, das nicht zur Marke passt, oder eine Produktseite, die die wichtigste Frage offenlässt, fasst dabei keiner an.

Für die meisten Shops ist deshalb die dritte Spalte die richtige. Aber nur, wenn die Agentur beides wirklich kann.

Die beste Agentur ist die, deren Lücke du selbst füllen kannst. Oder die keine hat.

Woran du eine gute Agentur erkennst

1. Sie fängt mit Daten an, nicht mit Ideen

Ideen für einen Shop hat jeder. Hundert Stück in einer Stunde. Die Arbeit ist, die drei zu finden, die am meisten bringen. Dafür braucht eine Agentur drei Quellen:

  • Markt: Was machen Wettbewerber mit Anzeigen, Angeboten und Seiten?
  • Shop: Analytics, Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen. Wo steigen Besucher aus, auf welchem Gerät?
  • Kunden: Umfragen, Bewertungen, Nachrichten an den Kundenservice. Warum kaufen sie, und was hält sie ab?
Eine leuchtende Heatmap, ein Liniendiagramm und eine Gruppe von Sprechblasen, deren Linien in einem hellen Punkt zusammenlaufen
Heatmap, Zahlen und Kundenstimmen laufen zusammen. Erst daraus entsteht eine Entscheidung.

2. Sie zerlegt die Zahlen, bevor sie den Shop ändert

Sinkt die Conversion Rate, liegt es nicht immer am Shop. Oft kommt einfach ein neuer Werbekanal dazu, dessen Besucher seltener kaufen, und zieht den Schnitt nach unten. Eine gute Agentur trennt deshalb zuerst nach Kanal und Gerät. Erst dann wird am Shop gearbeitet.

3. Sie baut eine Top-Prio-Liste

Jede Idee wird vorher bewertet: Gibt es einen Datenbeleg? Wie viel Umsatz läuft über diese Stelle? Warum sollte die Änderung wirken? Wie groß ist der Aufwand? Lässt sich das Ergebnis messen? Oben steht, was viel Umsatz betrifft und mit vertretbarem Aufwand geht. Angefangen wird oben.

Von der Ideenliste zur Top-Prio-ListeIdeen, ungeordnet
·Buttonfarbe ändern2/10
·Neues Bild oben auf der Startseite4/10
·Versandkosten früher zeigen9/10
·Größenberatung auf der Produktseite7/10
·Bewertungen an die Kaufbox8/10
Beispiel. Bewertet wird jede Idee vorher: Gibt es einen Datenbeleg, wie viel Umsatz läuft über die Stelle, wie groß ist der Aufwand, lässt sich das Ergebnis messen?

4. Sie gestaltet und setzt selbst um, passend zur Marke

Eine Erkenntnis ist erst etwas wert, wenn sie im Shop steht. Und zwar so, dass sie zur Marke passt, nicht als Fremdkörper aus dem Baukasten. Frag, wer bei der Agentur das Design macht und wer im Shopify-Theme entwickelt.

5. Sie misst sauber, und zwar den Umsatz

Ein Test läuft, bis das Ergebnis trägt, nicht bis die Zahl gefällt. Sonst werden Scheingewinner umgesetzt, die in Wahrheit Umsatz kosten.

Und gemessen wird nicht nur die Conversion Rate, sondern der Umsatz pro Besucher (RPU). Der zeigt, ob unterm Strich mehr Geld reinkommt. Eine Änderung, die mehr Bestellungen bringt, aber kleinere Warenkörbe, kann am Ende weniger Umsatz machen.

Gleiche Conversion Rate, anderer Umsatz pro Besucher
Variante A2 % Conversion Rate · Warenkorb 60,00 €
1,20 €
Variante B2 % Conversion Rate · Warenkorb 72,00 €
1,44 €
Beispiel. Umsatz pro Besucher = Conversion Rate × durchschnittlicher Warenkorb. Beide Varianten verkaufen gleich oft, B bringt pro Besuch 20 % mehr Umsatz. Wer nur die Conversion Rate misst, sieht keinen Unterschied.

6. Sie hält fest, was sie lernt

Jeder Test sagt etwas über deine Kunden, auch einer, der verliert. Eine gute Agentur sammelt das an einem Ort, für dich einsehbar. Diese Erkenntnisse fließen in Anzeigen, Texte und E-Mails zurück.

Eine gute Agentur erkennst du nicht an ihren Ideen, sondern an der Reihenfolge, in der sie arbeitet.

Was du im Erstgespräch fragen solltest

FrageEine gute Antwort klingt so
Womit fangt ihr an?Mit Zugriff auf eure Daten und einer Analyse, nicht mit einer Ideenliste.
Wie entscheidet ihr, was zuerst getestet wird?Mit einer bewerteten Liste: Datenbeleg, betroffener Umsatz, Aufwand, Messbarkeit.
Lohnen sich Tests bei meinem Traffic überhaupt?Eine ehrliche Rechnung, auch wenn die Antwort „noch nicht“ ist.
Wer gestaltet und wer setzt um?Konkrete Personen im eigenen Team, nicht „ein Partner“.
Woran messt ihr Erfolg?Am Umsatz pro Besucher, nicht nur an der Conversion Rate.
Wie lange läuft ein Test?Bis das Ergebnis statistisch trägt. Die Dauer wird vorher geschätzt.
Was sehe ich davon?Laufende Tests, Ergebnisse und Erkenntnisse jederzeit an einem Ort.
Wer ist mein Ansprechpartner?Eine feste Person, die deinen Shop kennt.
Jason Spizert im Gespräch am Tisch, zeigt auf ein Tablet
Bei uns führt Jason das Erstgespräch selbst.

Die letzte Frage klingt banal. Ist sie nicht.

„Du hast dann da einen Weekly Call, wo dann dir irgendein Mitarbeiter, der gerade dazugekommen ist, […] erzählen will, wie du es machen sollst.“
Gründer, Erstgespräch 2026

Warnsignale

  • Feste Prozente vor der Analyse. „Wir steigern deine Conversion um 30 %.“ Woher wollen sie das wissen?
  • Der erste Test ist eine Farbe. Optische Tests ohne Begründung sind das Zeichen für ein Programm ohne Plan.
  • Keine Aussage zur Testdauer. Wer nicht sagt, wie lange ein Test bei deinem Traffic läuft, hat es nicht ausgerechnet.
  • Berichte nur mit Conversion Rate. Ohne Umsatz pro Besucher weißt du nicht, ob mehr Geld reinkommt.
  • Keine klare Antwort auf die ersten Wochen. Frag, wie der Start aussieht und woran ihr gemeinsam erkennt, ob die Zusammenarbeit trägt.
„Ich möchte nur vorher keinen längerfristigen Vertrag unterschreiben. Dafür sitzt mir die Erfahrung mit der letzten deutschen Agentur noch zu sehr in den Knochen.“
Gründerin, 2026

Wer dir vor der Analyse eine Zahl verspricht, verkauft dir eine Hoffnung.

Was sich rechnen muss

Rechne rückwärts, bevor du ein Angebot vergleichst. Ein Beispiel: Ein Shop macht 150.000 Euro Umsatz im Monat. Steigt der Umsatz pro Besucher um 5 %, sind das bei gleichem Traffic 7.500 Euro mehr Umsatz im Monat, also 90.000 Euro im Jahr. Was davon als Gewinn bleibt, hängt an deiner Marge.

Zwei gleiche Ströme aus leuchtenden Punkten, am Ende ein höherer und ein niedrigerer Balken
Gleich viele Besucher, gleich viele Käufe. Trotzdem bringt eine Spur mehr Umsatz, weil die Warenkörbe größer sind.

Diese Rechnung zeigt dir, was eine Agentur kosten darf. Und sie zeigt, warum sich Conversion-Optimierung bei kleinen Shops oft noch nicht rechnet: Bei 20.000 Euro Umsatz sind dieselben 5 % nur 1.000 Euro im Monat.

Wie wir arbeiten

Wir sind eine Shopify-Agentur mit Schwerpunkt Kaufpsychologie. Analyse, Gestaltung, Umsetzung im Theme und Messung kommen bei uns aus einer Hand. Getestet wird mit unserem eigenen A/B-Testing-Tool. Im Test-Cockpit siehst du jederzeit, was läuft, was gewonnen hat und was nicht.

Test-Cockpit von NextPercent mit Mehrumsatz, Besuchern, Conversion Rate, laufenden Tests und nächsten Schritten
Unser Test-Cockpit, hier mit Beispieldaten: laufende Tests, Gewinner und Erkenntnisse an einem Ort.

Wenn sich Tests bei deinem Traffic noch nicht lohnen, sagen wir dir das, und wir ändern gezielt mit Vorher-Nachher-Vergleich. Und wenn du ein großes Inhouse-Team für Design und Entwicklung hast und nur ein reines Testprogramm suchst, passt eine spezialisierte CRO-Agentur vielleicht besser.

Mehr dazu auf unserer Seite zur Conversion-Optimierung. Und wenn du erst einordnen willst, wo dein Shop steht: Deine Conversion Rate liegt bei 1 %. Ist das schlecht?

Häufige Fragen

Einen, der deinen Shop und deinen Markt versteht, bevor er testet: Er fängt mit Daten an, baut eine priorisierte Liste, gestaltet und setzt Änderungen selbst um und misst am Umsatz pro Besucher, ob sie wirken. Für Shops mit großem Inhouse-Team passt eine reine CRO-Agentur, für die meisten wachsenden Shops ein Anbieter, der Analyse und Umsetzung aus einer Hand macht.

Grundsätzlich ab etwa 150.000 Euro Umsatz im Monat. Entscheidend ist, ob genug Besuche und Bestellungen zusammenkommen, um Änderungen zu messen. Darunter bringen gezielte Änderungen mit Vorher-Nachher-Vergleich meist mehr als ein Testprogramm.

Die Conversion Rate zeigt, wie viele Besuche mit einer Bestellung enden. Der Umsatz pro Besucher (RPU) zeigt, wie viel Umsatz jeder Besuch im Schnitt bringt, also Conversion Rate mal durchschnittlicher Warenkorb. Er ist die bessere Erfolgszahl, weil er auch Änderungen beim Warenkorb erfasst.

An festen Prozent-Versprechen vor der Analyse, an optischen Tests ohne Begründung, an fehlenden Aussagen zur Testdauer und an Berichten, die nur die Conversion Rate zeigen.

Ein Tool misst nur, was du testest. Welche Änderung den größten Hebel hat, wie sie gestaltet und umgesetzt wird und wann ein Ergebnis trägt, entscheidet es nicht. Wer das im Team kann, braucht nur das Tool.

Die Analyse liefert in den ersten Wochen Befunde. Ob eine Änderung wirkt, zeigt sich je nach Traffic nach einigen Wochen bis Monaten. Eine gute Agentur schätzt die Testdauer vorher für deinen Shop.

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„Als junge Marke war uns wichtig, mit einem Partner zu arbeiten der nicht nur umsetzt, sondern wirklich versteht wie E-Commerce Marken wachsen. Genau das haben wir gefunden. Klare Kommunikation, ehrliche Einschätzung und ein Gespür für Conversion das man selten findet. Wer seinen Shop wirklich nach vorne bringen will, ist hier richtig.“
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