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E-Rechnung im Onlineshop: Was für Shopify-Händler gilt (B2B ab 2025, 2027 und 2028)

E-Rechnung im Onlineshop: wann sie für Shopify-Händler Pflicht wird (2027 oder 2028), warum Endkunden ausgenommen sind und warum Shopifys PDF nicht reicht.

Jason Spizert

Jason Spizert

Veröffentlicht am

ca. 6 Min.

Die kurze Antwort

Für Bestellungen von Privatkunden ändert sich nichts. Die E-Rechnung betrifft nur Rechnungen an Unternehmen in Deutschland über 250 Euro. Empfangen können musst du E-Rechnungen seit dem 1. Januar 2025. Ausstellen musst du sie ab dem 1. Januar 2027, wenn dein Gesamtumsatz 2026 über 800.000 Euro lag, sonst ab dem 1. Januar 2028 (§ 27 Abs. 38 UStG). Die PDF, die Shopify selbst erzeugt, ist keine E-Rechnung. Du brauchst XRechnung oder ZUGFeRD ab Version 2.0.1, meist über eine Rechnungs-App oder dein Buchhaltungsprogramm.

Was ist eine E-Rechnung, und warum ist dein PDF keine?

Eine E-Rechnung ist eine Rechnung in einem strukturierten Datenformat, das eine Software ohne Abtippen auslesen kann. So steht es seit dem 1. Januar 2025 in § 14 Abs. 1 UStG. Das Format muss der europäischen Norm EN 16931 entsprechen oder zwischen dir und deinem Kunden vereinbart sein.

Eine normale PDF erfüllt das nicht: Das Bundesfinanzministerium zählt „PDF-Dateien ohne integrierte Datensätze“ ausdrücklich zu den sonstigen Rechnungen, genau wie Papier.

Dieselbe Rechnung, drei Dateien: was die Buchhaltung deines Kunden lesen kann
PDF per E-MailKeine E-Rechnungrechnung-1042.pdfnur BildRechnungsnummerDatumKäufer mit USt-IdNr.PositionenSteuersatz und SteuerbetragSoftware findet keine FelderEin Mensch kann sie lesen, eine Buchhaltungssoftware nicht. Gilt als „sonstige Rechnung“. Das ist auch die PDF, die Shopify selbst erzeugt.
XRechnungE-Rechnungrechnung-1042.xmlnur DatenRechnungsnummerDatumKäufer mit USt-IdNr.PositionenSteuersatz und SteuerbetragSoftware liest die Felder ausReine Datendatei nach EN 16931. Die Software liest jedes Feld. Zum Ansehen braucht der Mensch einen Viewer.
ZUGFeRD ab 2.0.1E-Rechnungrechnung-1042.pdf + XMLBild + DatenRechnungsnummerDatumKäufer mit USt-IdNr.PositionenSteuersatz und SteuerbetragSoftware liest die Felder ausPDF zum Lesen, die Daten stecken als XML in derselben Datei. Nicht mit den Profilen MINIMUM und BASIC-WL.
Schema nach § 14 Abs. 1 UStG und BMF-Schreiben vom 15.10.2025 (Abschnitt 14.4 Abs. 2, 13 und 14 UStAE). Bei ZUGFeRD zählen die Daten im XML-Teil, nicht das Bild. Beispieldaten erfunden.

In Deutschland sind zwei Formate üblich. XRechnung ist eine reine XML-Datei, gedacht für Maschinen. ZUGFeRD ist hybrid: eine PDF zum Lesen, in der die Rechnungsdaten als XML stecken.

Laut Bundesfinanzministerium erfüllt ZUGFeRD ab Version 2.0.1 die Anforderungen, mit Ausnahme der Profile MINIMUM und BASIC-WL. Wenn Bild und Daten sich widersprechen, gelten seit 2025 die Daten.

Illustration: Aus einem Rechnungsblatt lösen sich Datenblöcke und ordnen sich in ein Raster aus Feldern
Was eine E-Rechnung ausmacht: Die Daten stecken in Feldern, die eine Software direkt übernimmt. (Illustration, mit KI erzeugt)
„Darf ja anscheinend nichtmehr per Pdf erfolgen.“
Shopbetreiber, Shopify-Community, September 2024

Das stimmt so nicht. Für Endkunden, für Kleinbeträge und während der Übergangsfristen bleibt die PDF erlaubt. Für wen genau, klären die nächsten zwei Abschnitte.

Wichtig vorab: Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage ein, er ist keine Steuer- oder Rechtsberatung. Wie die Regeln auf dein Unternehmen wirken, klärst du mit deiner Steuerberaterin oder deinem Steuerberater.

Ab wann musst du E-Rechnungen schreiben?

Spätestens ab dem 1. Januar 2028, wenn du an Unternehmen in Deutschland verkaufst. Lag dein Gesamtumsatz 2026 über 800.000 Euro, schon ab dem 1. Januar 2027. Empfangen musst du sie bereits seit dem 1. Januar 2025. Das ergibt sich aus § 14 Abs. 2 UStG und der Übergangsregel in § 27 Abs. 38 UStG.

E-Rechnung: drei Stichtage, und ab wann es dich betrifft
1. Januar 2025EmpfangenJedes Unternehmen in Deutschland muss E-Rechnungen annehmen können. Ausstellen darfst du noch Papier oder, mit Zustimmung des Kunden, ein PDF.Gilt für dich, wenndu ein Unternehmen mit Sitz in Deutschland führst. Ein E-Mail-Postfach reicht für den Empfang.§ 14 Abs. 2 UStG, § 27 Abs. 38 Nr. 1 UStG
1. Januar 2027Ausstellen, wenn großWer im Vorjahr mehr als 800.000 Euro Gesamtumsatz hatte, muss Rechnungen an deutsche Firmenkunden als E-Rechnung schicken.Gilt für dich, wenndein ganzes Unternehmen 2026 über 800.000 Euro Umsatz macht, B2C mitgezählt, und du an deutsche Firmen über 250 Euro verkaufst.§ 27 Abs. 38 Nr. 2 UStG
1. Januar 2028Ausstellen, alleDie Übergangsfristen sind vorbei. Rechnungen an deutsche Firmenkunden über 250 Euro gehen nur noch als E-Rechnung.Gilt für dich, wenndu an deutsche Firmenkunden verkaufst, egal wie groß dein Shop ist. Ausnahme: Kleinunternehmer.§ 14 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 UStG, § 34a UStDV
Endkunden betrifft keine der drei Stufen. Für Bestellungen von Privatpersonen bleibt alles wie bisher.
Schema nach § 14 UStG, § 27 Abs. 38 UStG und der FAQ des Bundesfinanzministeriums (Stand März 2026). Maßgeblich ist der Tag der Lieferung, nicht das Rechnungsdatum. Gesamtumsatz im Sinne von § 19 Abs. 2 UStG.
Frage 11 der FAQ des Bundesfinanzministeriums zur E-Rechnung: Übergangsregelungen bis 31. Dezember 2026, Verlängerung bis Ende 2027 bei Vorjahresumsatz bis 800.000 Euro, EDI bis Ende 2027
Screenshot: Bundesfinanzministerium, FAQ zur E-Rechnung, Frage 11, 21.10.2026. Bis Ende 2026 dürfen alle noch sonstige Rechnungen schreiben, bis Ende 2027 nur, wer im Vorjahr höchstens 800.000 Euro umgesetzt hat.

Die Falle steckt in der 800.000-Euro-Grenze. Viele lesen sie als B2B-Grenze. Gemeint ist aber der Gesamtumsatz deines Unternehmens im Vorjahr im Sinne von § 19 Abs. 2 UStG, inklusive allem, was Endkunden bei dir kaufen.

Rechenweg: Welche Grenze zählt, und was zählt mit?
PrivatkundenFast der ganze UmsatzFirmenkundenEin paar Studios, Praxen, HändlerGesamtumsatz 2026rund 1 Mio. €
Grenze 800.000 €0 €dunkel: Firmenanteil
Über der Grenze: E-Rechnung ab 1. Januar 2027für jede Rechnung an eine deutsche Firma über 250 Euro. Der kleine Firmenanteil ändert daran nichts, gezählt wird der ganze Umsatz.
Beispiel aus dem Text, keine echten Zahlen. Maßgeblich ist der Gesamtumsatz im Vorjahr im Sinne von § 19 Abs. 2 UStG (§ 27 Abs. 38 Nr. 2 UStG). Liegt er darunter, gilt die Pflicht ab 1. Januar 2028.

Maßgeblich ist, wann du lieferst, nicht wann du die Rechnung schreibst. Das Ministerium schreibt in seinen FAQ: „Entscheidend ist der Zeitpunkt des Umsatzes.“ Eine Lieferung aus dem Jahr 2026 fällt also noch unter die alte Frist, auch wenn die Rechnung erst im Januar 2027 rausgeht.

Betrifft die E-Rechnung auch Bestellungen von Endkunden?

Nein. Die Pflicht gilt nur, wenn überhaupt eine umsatzsteuerliche Pflicht zur Rechnung besteht, und die gibt es bei Privatkunden nicht. Das Bundesfinanzministerium schreibt dazu: „Insbesondere private Endverbraucher sind von diesen Regelungen nicht betroffen.“ Auch bei Firmenkunden fallen einige Bestellungen heraus:

Braucht diese Bestellung eine E-Rechnung? Vier Fragen
01Bestellt ein Unternehmen für sein Unternehmen?
NeinPrivatkunde: keine E-Rechnung nötig. Für Endkunden ändert sich nichts.
Ja
02Sitzen du und dein Kunde beide in Deutschland?
NeinKunde in Österreich, der Schweiz oder sonst im Ausland: keine Pflicht. PDF mit Zustimmung oder Papier.
Ja
03Liegt der Rechnungsbetrag über 250 Euro brutto?
NeinKleinbetragsrechnung: darf immer eine sonstige Rechnung sein (§ 33 UStDV).
Ja
04Bist du umsatzsteuerpflichtig, also kein Kleinunternehmer?
NeinKleinunternehmer nach § 19 UStG: darfst weiter sonstige Rechnungen schreiben (§ 34a UStDV).
Ja
E-Rechnung: Pflicht ab 2027 (Vorjahresumsatz über 800.000 Euro) oder ab 2028 (alle)Bis dahin darfst du noch Papier oder, mit Zustimmung deines Kunden, ein PDF schicken. Eine E-Rechnung geht schon heute, ohne dass der Kunde zustimmen muss.
Vereinfachtes Schema nach § 14 Abs. 2 UStG, §§ 33 und 34a UStDV und BMF-Schreiben vom 15.10.2025. Sonderfälle wie steuerfreie Umsätze oder Leistungen an Vereine und Behörden sind nicht abgebildet. Den Einzelfall klärst du mit deiner Steuerberatung.

Kleinunternehmer müssen nach § 34a UStDV keine E-Rechnung ausstellen, empfangen müssen sie sie trotzdem. Und wer fast nur an Privatkunden verkauft und dessen seltene Firmenbestellungen unter 250 Euro bleiben, für den reicht es, E-Rechnungen empfangen zu können. Den Rest dieses Artikels brauchst du erst, wenn sich dein Kundenkreis ändert.

Woran erkennt dein Shopify-Shop, dass eine Firma bestellt?

Oft gar nicht, solange du nicht danach fragst. Eine Bestellung verrät nicht von selbst, ob jemand privat oder für sein Unternehmen kauft, ein Firmenname in der Adresse ist nur ein Hinweis. Das Bundesfinanzministerium hilft hier: Ein Verstoß wird nicht beanstandet, solange du nicht wusstest und mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns auch nicht erkennen konntest, dass ein Unternehmen gekauft hat.

Drei Wege, Firmenkunden zu erkennen
Weg 1Feld im CheckoutFirmenname und USt-IdNr. als optionale Angaben. Wer sie ausfüllt, landet im B2B-Ablauf deiner Rechnungs-App.Passt bei: Wenige Firmenkunden
Weg 2Shopify B2BFirmen als Unternehmen mit Standorten anlegen, Zahlungsziele von 7 bis 90 Tagen. Laut Shopify in Basic, Grow, Advanced und Plus, nicht in Starter und Retail.Passt bei: Feste Firmenkunden
Weg 3Eigener HändlerbereichLogin, Staffelpreise und Kauf auf Rechnung, wenn Firmenkunden ein eigener Kanal sind.Passt bei: B2B als eigener Kanal
Laut BMF-Schreiben wird eine fehlende E-Rechnung nicht beanstandet, wenn du mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht erkennen konntest, dass ein Unternehmen kauft. Eine angegebene USt-IdNr. kann ein Indiz sein.

Ein eigener Händlerbereich mit Login, Staffelpreisen und Kauf auf Rechnung ist typisch für Shops, die wir als Shopify-Plus-Agentur aufbauen. Wie Firmenkunden danach wiederkommen, ohne dass du jedes Mal nachfasst, gehört zur Kundenbindung.

Kann Shopify selbst E-Rechnungen erstellen?

Nein, nicht von Haus aus. Shopify kann aber Rechnungen erzeugen, und das verwechseln viele. Unter „Steuern und Zollgebühren“ lassen sich „Rechnungen mit MwSt.“ einschalten. Sie erscheinen auf der Bestellstatusseite als PDF und werden laut Shopify nicht automatisch per E-Mail verschickt.

Shopify-Hilfe zu Rechnungen mit MwSt.: aktivieren unter Einstellungen, Steuern und Zollgebühren, Anzeige auf der Bestellstatus-Seite, Download als PDF-Datei
Screenshot: Shopify-Hilfe, „Rechnungen mit MwSt. für die Europäische Union und das Vereinigte Königreich“, 21.10.2026. Shopify erzeugt eine PDF. Von XML, XRechnung oder ZUGFeRD steht dort nichts.

Diese PDF ist eine sonstige Rechnung. Für Privatkunden und Kleinbeträge reicht sie, für Rechnungen an deutsche Firmenkunden nur bis zum Ende deiner Übergangsfrist.

Auch die kostenlose App Order Printer von Shopify formatiert nur druckbare Dokumente, in ihrer Hilfeseite stehen weder E-Rechnung noch XML. Für XRechnung oder ZUGFeRD brauchst du eine Rechnungs-App oder ein Buchhaltungsprogramm, das die Bestellungen übernimmt. So läuft der Weg:

Von der Shopify-Bestellung zur E-RechnungFirmenkunde, Deutschland, über 250 Euro
1 · BestellungEine Firma bestellt in deinem ShopLogo ShopifyMit Firmenname und USt-IdNr. aus dem Checkout, aus Shopify B2B oder dem Händlerbereich.2 · ErzeugenRechnungs-App oder BuchhaltungsprogrammLogo SufioSufioLogo Order Printer ProOrder Printer ProLogo Rechnungsprinter Pro (pathway)Rechnungsprinter Pro (pathway)Logo BillbeeBillbeeShopify selbst erzeugt nur eine PDF, also eine sonstige Rechnung. Die vier sind Beispiele, keine Empfehlung.3 · FormatE-Rechnung nach EN 16931XRechnungrechnung.xml · nur DatenZUGFeRD ab 2.0.1rechnung.pdf + XML4 · EmpfangFirmenkundeSeine Buchhaltung liest die Felder aus, ohne Abtippen. Empfangen können muss er seit 1. Januar 2025.4 · AblageDeine BuchhaltungLogo DATEVLogo LexwareLexware OfficeÜbergabe je nach App, etwa an DATEV oder Lexware Office.
Schema. Apps laut Shopify App Store und Anbieterseiten, geprüft am 21.10.2026: Sufio nennt ZUGFeRD, Order Printer Pro ein E-Invoicing-Add-on, pathway ZUGFeRD mit DATEV-Anbindung über eine zweite App, Billbee „(e-)invoices“ mit Übergabe an DATEV, sevdesk oder Lexware Office. Ob die Datei stimmt, zeigt eine Testbestellung mit Validierung. Logos sind Marken ihrer Inhaber.

Vier Beispiele, am 21. Oktober 2026 geprüft und ausdrücklich keine Empfehlung:

WegWas der Anbieter angibtFrag vor dem Kauf
SufioLaut App Store „Starke Unterstützung für E-Rechnungen im deutschen ZUGFeRD-Format“. Ab 7 US-Dollar im Monat für 15 Rechnungen, 4,9 Sterne bei 468 Bewertungen.Welches ZUGFeRD-Profil? Gibt es XRechnung, falls ein Kunde sie verlangt?
Order Printer ProAutomatischer Rechnungsversand. Laut App Store ein „E-Invoicing und Peppol-Compliance-Add-on“.Welches Format erzeugt das Add-on, und was kostet es zusätzlich?
Rechnungsprinter Pro (pathway)Laut App Store E-Rechnungen, laut Anbieter in der Shopify-Community im ZUGFeRD-Format. Ab 10,99 US-Dollar im Monat.Profil und DATEV-Anbindung, die laut Eintrag über eine zweite pathway-App läuft.
Billbee mit BuchhaltungLaut Anbieter rechtskonforme „(e-)invoices“ für jede Shopify-Bestellung, Übergabe an DATEV, sevdesk oder Lexware Office.Das Format nennt die Seite nicht. Frag nach XRechnung oder ZUGFeRD ab 2.0.1.

Offenlegung: Mit pathway haben wir einen gemeinsamen Beitrag zu Shopify, DATEV und der Sammelauszahlung veröffentlicht. Für die Tabelle zählt nur, was im App Store und in der Community steht.

„Eine Möglichkeit, innerhalb der Shopify-Bestellung automatisch eine PDF E-Rechnung zu generieren“
Shopbetreiber mit Firmenkunden, Shopify-Community, Juni 2025

Genau das ist ZUGFeRD: eine PDF, in der die Daten stecken. Ob eine App das wirklich liefert, prüfst du mit einer Testbestellung. Das Bundesfinanzministerium empfiehlt, E-Rechnungen schon bei der Erstellung zu validieren. Welche Apps sich sonst lohnen, steht in Shopify-Apps: Welche ein Shop wirklich braucht, was sie zusammen im Monat kosten, in Was kostet Shopify?.

Hand mit Stift über einem Tablet mit Entwürfen auf einem Holztisch, aus dem NextPercent-Team
Vor der App kommt die Liste: Welche Bestellungen kommen von Firmen, und welche davon liegen über 250 Euro?

Was musst du beim Empfang von E-Rechnungen beachten?

Du musst sie annehmen und lesen können, seit dem 1. Januar 2025. Das betrifft die Rechnungen deiner Lieferanten, deines Logistikers oder deiner Agentur. Dafür reicht laut Bundesfinanzministerium ein E-Mail-Postfach.

„JEDER BRAUCHT EINEN MÖGLICHKEIT E-Rechnungen zu EMPFANGEN !!!“
Shopbetreiber, Shopify-Community, November 2024
Empfang: drei Punkte, die im Alltag stolpern lassenPflicht seit 1. Januar 2025, ein E-Mail-Postfach reicht
1XRechnung braucht einen ViewerSie enthält keine PDF. Unter e-rechnung.elster.de bietet die Finanzverwaltung einen Viewer für XRechnung und ZUGFeRD an.
2Kein Anspruch auf PapierLehnst du eine E-Rechnung ab, muss dein Lieferant dir laut BMF-Schreiben keine andere Rechnung schicken.
3Im Original aufbewahrenAcht Jahre, bei der E-Rechnung mindestens den strukturierten Teil, unverändert.
Nach BMF-Schreiben vom 15.10.2025 (Abschnitt 14.4 Abs. 5 UStAE) und der BMF-FAQ zur E-Rechnung, Stand März 2026.

Wenn deine Buchhaltung schon über DATEV, Lexware Office oder sevdesk läuft, frag dort nach, wie E-Rechnungen ankommen. Wie Shopify-Auszahlungen und Rechnungen sauber zusammenfinden, steht in Shopify und DATEV: Warum die Buchhaltung bei der ersten Sammelauszahlung bricht.

Was solltest du bis Ende 2026 erledigen?

Prüfen, ob dich der Stichtag 2027 trifft, und den Rechnungsweg für Firmenkunden festlegen. Bis zum 31. Dezember 2026 darf jeder noch sonstige Rechnungen schreiben. Danach hängt es an deinem Umsatz 2026.

Fahrplan bis 31. Dezember 20260 von 6 erledigt
Abhaken bleibt nur in diesem Fenster, gespeichert wird nichts. Bis zum 31. Dezember 2026 darf jeder noch sonstige Rechnungen schreiben, danach hängt es an deinem Umsatz 2026.

Und ein Blick nach vorn: Laut Bundesfinanzministerium bereitet die E-Rechnung ein späteres Meldesystem vor, über das bestimmte Rechnungsdaten an die Finanzverwaltung gehen sollen. Die Gesetzesänderungen dafür will die Bundesregierung „zu gegebener Zeit“ vorschlagen. Wer jetzt sauber umstellt, hat diesen Schritt technisch schon halb gemacht.

Die E-Rechnung ist nicht die einzige Pflicht, die gerade in deinen Shop wandert. Seit dem 19. Juni 2026 braucht er auch einen Widerrufsbutton, und seit Dezember 2024 gehören Herstellerangaben nach der GPSR auf jede Produktseite. Wenn du beim Blick auf deinen Shop gleich wissen willst, wo er sonst Käufer verliert, schau dir unseren kostenlosen Shop-Check an.

Die E-Rechnung ändert nichts für deine Endkunden. Sie ändert alles für die Bestellungen, bei denen eine Firma kauft. Zähl zuerst, wie viele das sind.

Quellen

Häufige Fragen

Für Rechnungen an Unternehmen in Deutschland ab dem 1. Januar 2027, wenn dein Gesamtumsatz 2026 über 800.000 Euro lag, sonst ab dem 1. Januar 2028. Empfangen können musst du E-Rechnungen schon seit dem 1. Januar 2025. Rechtsgrundlage sind § 14 Abs. 2 und § 27 Abs. 38 UStG.

Nein. Die Pflicht gilt nur für Rechnungen an andere Unternehmen. Laut Bundesfinanzministerium sind private Endverbraucher von den Regeln nicht betroffen.

Eine normale PDF nicht. Sie gilt als sonstige Rechnung. Eine E-Rechnung ist eine strukturierte Datei nach EN 16931, etwa XRechnung oder ZUGFeRD ab Version 2.0.1, bei der die Rechnungsdaten als XML in der PDF stecken.

Nein. Maßgeblich ist der Gesamtumsatz deines Unternehmens im Vorjahr im Sinne von § 19 Abs. 2 UStG, also auch alles, was du an Endkunden verkaufst. Ein Shop mit 1 Million Euro Umsatz und nur wenigen Firmenkunden liegt darüber.

Nein. Rechnungen bis 250 Euro brutto sind Kleinbetragsrechnungen und dürfen nach § 33 UStDV immer als sonstige Rechnung ausgestellt werden, also zum Beispiel als PDF.

Ausstellen musst du sie nicht, das regelt § 34a UStDV. Empfangen können musst du sie trotzdem, dafür reicht laut Bundesfinanzministerium ein E-Mail-Postfach.

Nicht von Haus aus. Shopify erzeugt auf Wunsch Rechnungen mit Mehrwertsteuer als PDF auf der Bestellstatusseite, das sind sonstige Rechnungen. Für XRechnung oder ZUGFeRD brauchst du eine App oder ein Buchhaltungsprogramm, das die Bestellungen übernimmt.

Dann beanstandet die Finanzverwaltung eine fehlende E-Rechnung laut BMF-Schreiben nicht, solange du es auch mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns nicht erkennen konntest. Eine angegebene USt-IdNr. kann dabei ein Indiz sein, dass ein Unternehmen kauft.

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