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Widerrufsbutton im Onlineshop: Was seit 2026 gilt und wie du ihn in Shopify umsetzt

Seit 19. Juni 2026 Pflicht: was der Widerrufsbutton nach § 356a BGB können muss, wo er sitzen darf und wie du ihn in Shopify umsetzt, auch für Gastbestellungen.

Jason Spizert

Jason Spizert

Aktualisiert am 21. Oktober 2026

Veröffentlicht ca. 7 Min.

Die kurze Antwort

Seit dem 19. Juni 2026 muss jeder Onlineshop, der Verträge mit Verbrauchern online schließt, eine Widerrufsfunktion anbieten (§ 356a BGB). Sie besteht aus drei Teilen: einem gut sichtbaren Einstieg „Vertrag widerrufen“, einem kurzen Formular mit Name, Bestellung und E-Mail plus dem Knopf „Widerruf bestätigen“ und einer sofortigen Eingangsbestätigung per E-Mail mit Datum und Uhrzeit. In Shopify löst du das über die eingebauten Rückgabe- und Stornierungsanfragen, eine App oder ein eigenes Formular im Theme. Entscheidend ist, dass auch Gastbesteller ohne Login widerrufen können.

Was ist der Widerrufsbutton und seit wann gilt er?

Der Widerrufsbutton ist eine Pflichtfunktion im Shop, über die Kunden einen online geschlossenen Vertrag auch online widerrufen können. Das Gesetz spricht von einer „Widerrufsfunktion“, in der Praxis hat sich „Button“ durchgesetzt. Brief und E-Mail bleiben als Wege erhalten, der Button kommt dazu.

Vom EU-Recht zum Button im Shop
22.11.2023EU-Richtlinie 2023/2673Neuer Art. 11a: Widerrufen soll so leicht sein wie Bestellen.
19.12.2025UmsetzungsfristBis dahin mussten die Mitgliedstaaten die Regel in eigenes Recht übernehmen.
05.02.2026BundesgesetzblattGesetz vom 3. Februar 2026 ausgegeben, BGBl. 2026 I Nr. 28, mit neuem § 356a BGB.
19.06.2026Pflicht im Shop§ 356a BGB in Kraft. Brief und E-Mail bleiben, der Button kommt dazu.
Nach EUR-Lex (Richtlinie 2023/2673, Art. 2 und 11a) und BGBl. 2026 I Nr. 28, Art. 10. Die IHK Chemnitz nennt auf ihrer Seite einmal den 5. Februar und einmal den 5. März 2026 als Ausgabedatum, im Bundesgesetzblatt selbst steht der 5. Februar.

Deutschland hat die EU-Richtlinie 2023/2673 mit dem Gesetz vom 3. Februar 2026 umgesetzt (BGBl. 2026 I Nr. 28). Es führt den neuen § 356a BGB ein, der am 19. Juni 2026 in Kraft getreten ist.

Die Idee dahinter steht in der Richtlinie: Widerrufen soll so leicht sein wie bestellen. Viele Händler halten den Aufwand trotzdem für übertrieben.

„Ich vermute, egal wo der Button platziert wird unter 10% werden diesen nutzen.“
Shopbetreiber, Shopware-Forum, Juli 2025

Das mag stimmen. Für eine Abmahnung zählt aber nicht, wie viele Kunden den Button nutzen. Es zählt, ob er da ist, ob man ihn findet und ob der Ablauf dahinter stimmt.

Wichtig vorab: Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage ein, er ist keine Rechtsberatung. Die konkrete Umsetzung in deinem Shop stimmst du mit deinem Rechtstexte-Anbieter ab, etwa der IT-Recht Kanzlei oder dem Händlerbund, oder mit einem Anwalt.

Was muss der Widerrufsbutton genau können?

Drei Dinge: einen sichtbaren Einstieg, ein Formular mit eigenem Bestätigungsknopf und eine Eingangsbestätigung, die sofort beim Kunden ankommt. Die ersten beiden Schritte macht der Kunde, den dritten dein Shop.

So läuft ein Widerruf über die Widerrufsfunktion
Schritt 1KundeEinstieg finden und klickenVertrag widerrufenAuf jeder Seite erreichbar, gut lesbar, abgehoben von Impressum und AGB. Ohne Login.
Schritt 2KundeAngaben machen und bestätigenNameErika MustermannWelche Bestellung, welcher ArtikelBestellung 1042, Jacke Gr. ME-Mail für die Eingangsbestätigungerika@beispiel.deWiderruf bestätigen
DanachDein ShopEingangsbestätigung, sofortWir haben deinen Widerruf erhaltenErika Mustermann, Bestellung 1042, Jacke Gr. MEingegangen am 21.10.2026 um 14:32 UhrWir prüfen den Widerruf und melden uns.Per E-Mail, mit Inhalt, Datum und Uhrzeit.
Schema nach § 356a BGB, Beispieldaten erfunden. Die Beschriftungen dürfen auch „gleichbedeutend und eindeutig“ sein. Die Bestätigungsmail sollte nicht klingen, als sei der Widerruf schon geprüft und angenommen.
Wortlaut von § 356a BGB, Elektronische Widerrufsfunktion bei Fernabsatzverträgen, Absätze 1 bis 5 auf gesetze-im-internet.de
Screenshot: gesetze-im-internet.de, § 356a BGB, 21.10.2026. Fünf Absätze: Einstieg, Angaben, Bestätigung, Eingangsbestätigung und die Frist.
BausteinWas das Gesetz verlangtWorauf du achtest
EinstiegBeschriftet mit „Vertrag widerrufen“ oder gleichbedeutend eindeutig, gut lesbar, während der Widerrufsfrist ständig verfügbar, hervorgehoben platziert, leicht zugänglichLaut Gesetzesbegründung von jeder Unterseite erreichbar. „Retourenanfrage“, „Kontakt“ oder „Stornieren“ sind nicht eindeutig genug.
AngabenName, Angaben zum Vertrag oder Vertragsteil, Angabe für die Eingangsbestätigung (zum Beispiel E-Mail)Nicht mehr abfragen als nötig. Einen Grund nur als freiwilliges Feld.
BestätigungEin eigener Knopf „Widerruf bestätigen“ oder gleichbedeutend eindeutigErst dieser Klick schickt den Widerruf ab. So widerruft niemand aus Versehen.
EingangsbestätigungUnverzüglich auf einem dauerhaften Datenträger, mit dem Inhalt der Erklärung sowie Datum und Uhrzeit des EingangsMeist eine automatische E-Mail. Nicht schreiben, der Widerruf sei „hiermit bestätigt“, du prüfst ihn ja erst.

Ein Detail mit Folgen

Wer die Erklärung vor Ablauf der Frist über die Funktion abschickt, hat rechtzeitig widerrufen. Datum und Uhrzeit in der Bestätigung sind deshalb auch dein Beleg.

Nach § 356a BGB. Datenschutz-Hinweis: IT-Recht Kanzlei und IHK Chemnitz.

Und weil du über das Formular personenbezogene Daten erhebst, gehört der Ablauf auch in deine Datenschutzerklärung.

Ein Paket, von dem ein Papierband in Pfeilform zu einem Briefumschlag zurückführt
Widerruf rein, Bestätigung raus: Die Eingangsbestätigung geht sofort, geprüft wird danach. (Illustration, mit KI erzeugt)

Für wen gilt die Pflicht und für wen nicht?

Für jeden Unternehmer, der über eine Website oder App Fernabsatzverträge mit Verbrauchern schließt, sofern für diese Verträge ein Widerrufsrecht besteht. Eine Ausnahme für kleine Shops gibt es nicht.

Wer muss was? Drei Fragen bis zur Pflicht
01Verkaufst du an Verbraucher?
NeinKeine Pflicht, wenn du ausschließlich an Unternehmen verkaufst.
Ja
02Kommt der Vertrag online zustande, über deinen Shop oder eine App?
NeinKeine Pflicht für Verträge am Telefon, per E-Mail oder im Laden.
Ja
03Kann mindestens ein Produkt widerrufen werden?
NeinKeine Pflicht, wenn alles ausgenommen ist, etwa Maßanfertigungen oder schnell verderbliche Ware.
Ja
Pflicht seit 19. Juni 2026: Widerrufsfunktion nach § 356a BGBEinstieg „Vertrag widerrufen“, Formular mit „Widerruf bestätigen“, Eingangsbestätigung. Größe, Umsatz und Rechtsform spielen keine Rolle.
Vereinfachtes Schema nach § 356a BGB und den FAQ der IHK Stuttgart. Ob dein Sortiment unter eine Ausnahme fällt, klärst du mit deinem Rechtstexte-Anbieter.

Pflicht, wenn …

  • du über deinen Shop oder eine App an Verbraucher verkaufst
  • mindestens ein Produkt im Sortiment widerrufen werden kann
  • du Dienstleistungen oder digitale Inhalte online verkaufst, für die ein Widerrufsrecht besteht
  • dein Shop klein ist: Größe, Umsatz und Rechtsform spielen keine Rolle

Keine Pflicht, wenn …

  • du ausschließlich an Unternehmen verkaufst
  • ausnahmslos alles im Sortiment vom Widerrufsrecht ausgenommen ist, etwa Maßanfertigungen oder schnell verderbliche Ware
  • der Vertrag nicht über eine Online-Oberfläche zustande kommt, sondern zum Beispiel am Telefon oder im Laden

Ob dein Sortiment unter eine Ausnahme fällt, ist eine rechtliche Wertung. Die triffst du mit deinem Rechtstexte-Anbieter, nicht mit diesem Artikel.

Verkauf über Amazon oder eBay: zwei Lesarten
IT-Recht KanzleiDie technische Umsetzung liegt beim Betreiber des Marktplatzes.
IHK StuttgartDu sorgst als Vertragspartner dafür und verpflichtest den Betreiber notfalls vertraglich.
In beiden Lesarten bleibst du verantwortlich.

Wo muss der Button im Shop sitzen?

So, dass Kunden ihn von jeder Seite aus finden, ohne zu suchen. Eine Fußzeile ist erlaubt, aber nur, wenn sich der Link dort klar von Impressum, AGB und Co. abhebt. So steht es in der Gesetzesbegründung, die als Mittel ausdrücklich Farbe, Kontrast und eine hervorgehobene Platzierung nennt.

Wie ernst das gemeint ist, zeigt ein Fall, über den die IT-Recht Kanzlei berichtet: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hat einen Lebensmittel-Shop abgemahnt, obwohl es dort einen Link „Vertrag widerrufen“ gab. Er stand grau in der Fußzeile, unter „Rechtliches“, zwischen Impressum, Datenschutz und AGB.

Derselbe Link, zwei Fußzeilengeht unter
RechtlichesImpressumDatenschutzAGBWiderrufsrechtVertrag widerrufen
Schema. Links: grauer Link zwischen Impressum und AGB, wie in dem Fall, den der Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt hat (Bericht der IT-Recht Kanzlei). Rechts: eigene Stelle, eigene Farbe, klarer Kontrast. Ob eine Gestaltung reicht, entscheidet im Streitfall ein Gericht.
Wo der Einstieg sitzt: einer Pflicht, zwei als Hilfe
PflichtAuf jeder SeiteEtwa in der Fußzeile, aber aus der Linkliste herausgenommen: eigene Zeile, eigene Farbe, klarer Kontrast.
ZusatzIm KundenkontoHolt Kunden dort ab, wo sie nach der Bestellung suchen.
ZusatzIn der BestellbestätigungEin Link in der Mail, die sie ohnehin aufheben.
Nach der Gesetzesbegründung (BT-Drs. 21/1856): von jeder Unterseite erreichbar, Fußzeile nur mit Hervorhebung durch Farbe, Kontrast und Platzierung. Der Händlerbund hält die Fußzeile für am besten geeignet, die IT-Recht Kanzlei warnt vor dem Verstecken in einer Linkliste. Beides passt zusammen, wenn der Link dort heraussticht.

Wie setzt du den Widerrufsbutton in Shopify um?

Drei Wege: Shopifys eingebaute Rückgabe- und Stornierungsanfragen, eine App aus dem App Store oder ein eigener Ablauf im Theme. Welcher passt, hängt davon ab, wie viele Gastbestellungen du hast und wie eng der Button ins Design muss.

Weg 1: Shopify selbst, vier EinstellungenLogo Shopify
1Self-Service-Rückgabe- und Stornierungsoptionen aktivieren, „Rückgabe- und Stornierungsanfragen“ wählen
2Stornierungsfenster auf „Bis der Artikel ausgeführt wird“ stellen
3Rückgabefenster mindestens 14 Tage ab „Zustellung des letzten Artikels der Bestellung“
4Sichtbaren Link zum Kundenkonto einbauen, über „Inhalt“ > „Menüs“, Bezeichnung „Vertrag widerrufen“
Danach ein Testkauf: Wie heißt der Knopf, der die Anfrage abschickt? Kommt eine Bestätigung mit Inhalt, Datum und Uhrzeit? Shopify schreibt selbst, dass diese Tools den Shop nicht automatisch rechtskonform machen.
Nach der Shopify-Hilfe „Rückgabe- und Stornierungsregeln, Anforderungen des EU-Widerrufsrechts erfüllen“, gelesen am 21.10.2026. Menüpfade können sich ändern.

Eine App. Zwei Beispiele, am 21. Oktober 2026 geprüft und ausdrücklich keine Empfehlung: „EU Widerrufs‑Button & Formular“ von 401layers aus Hilden, mit Gratis-Tarif und Bezahltarifen ab 9,99 US-Dollar im Monat, bewertet mit 4,9 Sternen bei 2.315 Bewertungen.

Und „EU Widerrufsbutton Free“ von Nayvo, mit Gratis-Tarif und Bezahltarifen ab 7,99 US-Dollar im Monat, 4,7 Sterne bei 60 Bewertungen. Beide werben mit Formular ohne Login und automatischer Bestätigungsmail.

Eintrag der App EU Widerrufs-Button und Formular im Shopify App Store mit Gratis-Tarif, Bewertung 4,9 bei 2.315 Rezensionen und Entwickler 401layers
Screenshot: Shopify App Store, Eintrag „EU Widerrufs‑Button & Formular“, 21.10.2026. Gratis-Tarif, 4,9 Sterne bei 2.315 Bewertungen. Die Werbung verspricht viel, prüfen musst du trotzdem selbst.

Die IT-Recht Kanzlei rät, solche Erweiterungen sorgfältig gegen die gesetzlichen Vorgaben zu prüfen: Beschriftung beider Knöpfe, Inhalt der Mail, Platzierung im Theme. Welche Apps sonst ihren Platz verdienen, steht in Shopify-Apps: Welche ein Shop wirklich braucht.

Eigener Ablauf im Theme. Eine eigene Seite „Vertrag widerrufen“, ein Formular mit den drei Angaben, ein Knopf „Widerruf bestätigen“ und eine automatische E-Mail an den Kunden. Das lohnt sich, wenn dein Shop ein eigenes Design hat und der Button nicht wie ein Fremdkörper wirken soll, mehr dazu in Shopify-Theme oder eigenes Design?. Ein schlichtes Kontaktformular reicht meist nicht, denn zweiter Knopf, feste Felder und die automatische Eingangsbestätigung müssen dazukommen.

WegStärkePrüfe vor allem
Shopify selbstKeine Zusatzkosten, Anfragen landen direkt bei der BestellungZugang für Gäste ohne Login, Beschriftungen, Inhalt der Bestätigung
AppSchnell eingerichtet, Formular für Gäste und Bestätigungsmail meist dabeiBeschriftungen, Platzierung im Theme, Mailtext, laufende Kosten
Eigener Ablauf im ThemePasst ins Design, volle Kontrolle über Texte und FelderZuverlässiger Mailversand, Pflege bei Theme-Updates
Jason Spizert zeigt am Tisch auf einen Shop-Entwurf auf dem Tablet, zwei Personen im Vordergrund schauen mit
Jason Spizert geht einen Shop-Entwurf am Tablet durch. So prüfen wir auch die Widerrufsfunktion: im echten Theme, nicht nur in den Einstellungen.

Wenn du ohnehin gerade einen Relaunch deines Shops planst oder zu Shopify wechselst, gehört die Widerrufsfunktion direkt ins Pflichtenheft. Sonst fällt sie beim Umzug genauso leicht durch wie fehlende Weiterleitungen, über die wir in Shopsystem wechseln ohne Ranking-Verlust geschrieben haben.

Kundenkonto oder Gastbestellung: Was musst du bei Shopify bedenken?

Gastbesteller müssen ohne Login widerrufen können, und genau hier liegt die offene Frage bei Shopifys eigener Lösung. Die Gesetzesbegründung ist deutlich: Kunden sollen keine Registrierung und keine Authentifizierung durchlaufen müssen, um die Funktion zu finden oder zu nutzen. Die IHK Stuttgart sieht das genauso. Shopifys Weg führt über das Kundenkonto: Wer per E-Mail bestellt hat, bestätigt dort laut einer Antwort aus Shopify-Sicht den Zugriff mit einem Code, der an diese Adresse geht.

„It isn’t meant to require a traditional password-based account login before a customer can use the withdrawal function.“
Shopify-Entwicklerforum, Antwort aus Shopify-Sicht, Juli 2026
„Some chambers of commerce have specifically issued instructions to not require a login or verification step, before being able to access the withdrawal feature.“
Händler, Shopify-Entwicklerforum, Juli 2026
Gastbestellung: drei Wege zur Widerrufsfunktion
Der vorsichtigere WegFormular ohne CodeGäste tragen Name, Bestellung und E-Mail selbst ein. Eingeloggte Kunden bestätigen nur noch ihre Daten.
OffenKundenkonto mit BestätigungscodeShopifys Weg: Code an die Bestell-Adresse, kein Passwort. Ob das schon eine Authentifizierung ist, beantworten die Quellen nicht einheitlich.
Für Gastbestellungen zu wenigLogin mit PasswortReicht laut Gesetzesbegründung nur, wenn man im Shop ausschließlich mit Kundenkonto bestellen kann.
Nach BT-Drs. 21/1856 (keine Registrierung, keine Authentifizierung), IHK Stuttgart und einer Antwort aus Shopify-Sicht im Shopify-Entwicklerforum, Juli 2026. Tipp aus der Praxis: Die Bestellnummer nicht zum einzigen Weg machen, Gäste haben sie nicht immer zur Hand.

Was droht bei Fehlern, und wie prüfst du deinen Shop selbst?

Im Alltag vor allem Abmahnungen von Wettbewerbern oder Verbänden, in Ausnahmefällen Bußgelder. Fehlt die Funktion oder entspricht sie nicht § 356a BGB, kann das nach Art. 246e EGBGB eine Ordnungswidrigkeit sein:

Bußgeld, nur im Ausnahmefall

Hohe Beträge, aber nur bei einem weitverbreiteten Verstoß.

50.000 €

Bußgeld bis zu, nach Art. 246e EGBGB

4 %

des Jahresumsatzes bis zu, bei mehr als 1,25 Mio. € Umsatz

2

weitere EU-Staaten mindestens betroffen, sonst kein weitverbreiteter Verstoß

Geahndet werden kann das nur im Rahmen einer koordinierten Durchsetzung mehrerer EU-Behörden, zuständig ist das Bundesamt für Justiz. Für einen einzelnen Shop ist die Abmahnung das näherliegende Risiko.

Shopify nennt in seiner Hilfe als weitere mögliche Folge eine verlängerte Widerrufsfrist von bis zu 12 Monaten und 14 Tagen. In den deutschen Fachquellen, die wir gelesen haben, steht diese Folge so nicht. Sicher ist: Deine Widerrufsbelehrung muss jetzt auch über das Bestehen und die Platzierung der Widerrufsfunktion informieren, die Muster-Widerrufsbelehrung hat dafür einen neuen Satz bekommen („Sie können Ihr Widerrufsrecht auch online unter … ausüben.“). Ob und wie sich eine fehlende Angabe auf die Frist auswirkt, klärst du mit deinem Rechtstexte-Anbieter.

Fünf-Minuten-Check: am Handy, privates Fenster, ohne Login0 von 6 geprüft
Abhaken bleibt nur in diesem Fenster, gespeichert wird nichts. Wenn alle sechs Punkte sitzen, ist die Technik sauber. Die rechtliche Freigabe ersetzt das nicht.

Der Widerrufsbutton ist nicht die einzige Pflicht, die gerade im Shop sichtbar sein muss: Seit Dezember 2024 gehören Herstellerangaben nach der GPSR auf die Produktseite, und seit Juni 2025 gelten für die meisten Shops die Regeln zur Barrierefreiheit nach dem BFSG. Wenn du dabei gleich wissen willst, wo dein Shop sonst Käufer verliert, schau dir unseren kostenlosen Shop-Check an.

Die Funktion ist schnell gebaut. Ob sie gefunden wird, entscheidet über die Abmahnung.

Quellen

Häufige Fragen

Seit dem 19. Juni 2026. Der Stichtag steht in der EU-Richtlinie 2023/2673 und im deutschen Umsetzungsgesetz (BGBl. 2026 I Nr. 28), das den neuen § 356a BGB an diesem Tag in Kraft gesetzt hat.

Der Einstieg mit „Vertrag widerrufen“ oder einer gleichbedeutenden, eindeutigen Formulierung, gut lesbar. Der Knopf, der den Widerruf abschickt, mit „Widerruf bestätigen“ oder ebenso eindeutig. Begriffe wie „Retourenanfrage“ oder „Kontakt“ reichen laut Händlerbund nicht.

Nur, wenn er sich dort deutlich abhebt, etwa durch Farbe, Kontrast und eine eigene Stelle. Ein grauer Link zwischen Impressum und AGB wurde vom Verbraucherzentrale Bundesverband abgemahnt.

Ja. Laut Gesetzesbegründung muss die Widerrufsfunktion grundsätzlich ohne Login erreichbar sein. Ein Login-Bereich reicht nur, wenn man im Shop ausschließlich mit Kundenkonto bestellen kann.

Als freiwilliges Feld ja, als Pflichtfeld nein. Verbraucher dürfen ohne Angabe von Gründen widerrufen.

Shopify beschreibt in seiner Hilfe, wie du Rückgabe- und Stornierungsanfragen im Kundenkonto einrichtest und einen sichtbaren Link dorthin setzt. Shopify schreibt selbst dazu, dass diese Tools den Shop nicht automatisch rechtskonform machen. Offen ist vor allem, ob der Zugang mit Bestätigungscode als Zugang ohne Login gilt.

Nein. Die Widerrufsfunktion gilt für Verträge mit Verbrauchern, bei denen ein Widerrufsrecht besteht. Wer ausschließlich an Unternehmen verkauft, ist nicht betroffen.

Nein. Der Widerrufsbutton kommt aus dem Verbrauchervertragsrecht (§ 356a BGB). Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) und die Produktsicherheitsverordnung (GPSR) sind eigene Regelwerke mit eigenen Pflichten.

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