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KI-Kennzeichnungspflicht im Onlineshop: Was der AI Act für Produktbilder, Texte und Chatbots bedeutet

Seit 2. August 2026 gilt Art. 50 AI Act: welche KI-Bilder, KI-Models, Texte und Chatbots du im Shop kennzeichnen musst, welche nicht, wie der Hinweis aussieht.

Jason Spizert

Jason Spizert

Aktualisiert am 21. Oktober 2026

Veröffentlicht ca. 7 Min.

Die kurze Antwort

Seit dem 2. August 2026 gilt Art. 50 der KI-Verordnung (AI Act). Für Onlineshops heißt das: KI-Bilder und KI-Videos, die realistisch wirken und für echt gehalten werden können, brauchen einen sichtbaren Hinweis direkt am Inhalt, etwa bei einem KI-Model oder einem per KI veränderten Produktfoto. Ein Chatbot muss beim ersten Kontakt sagen, dass er eine KI ist. Produktbeschreibungen und Werbetexte aus der KI musst du nach dem AI Act in der Regel nicht kennzeichnen, und reine Bearbeitung wie Farbkorrektur oder Freistellen ebenfalls nicht.

Was verlangt der AI Act seit dem 2. August 2026 von Onlineshops?

Er verlangt Transparenz an vier Stellen, und zwei davon betreffen fast jeden Shop: realistische KI-Bilder und Chatbots. Geregelt ist das in Art. 50 der Verordnung (EU) 2024/1689, kurz AI Act oder KI-Verordnung. Sie gilt laut Art. 113 ab dem 2. August 2026, und Art. 50 gehört nicht zu den Teilen, die später starten.

Ausschnitt aus der KI-Verordnung auf EUR-Lex: Artikel 50, Transparenzpflichten für Anbieter und Betreiber bestimmter KI-Systeme, Absätze 1 bis 5
Screenshot: EUR-Lex, Verordnung (EU) 2024/1689, Art. 50, 21.10.2026

Das Gesetz unterscheidet zwei Rollen: Anbieter entwickeln ein KI-System und bringen es unter eigenem Namen auf den Markt, Betreiber setzen es in eigener Verantwortung ein. Als Shop bist du meist Betreiber.

Art. 50 AI Act: vier Stellen, zwei RollenAls Shop bist du meist Betreiber
DeepfakesAbs. 4KI-Bild, -Ton oder -Video, das realistisch wirkt und fälschlich für echt gehalten werden kann: offenlegen.Pflicht: Betreiber, also meist du
Texte zu öffentlichem InteresseAbs. 4Hinweis nötig, außer ein Mensch hat den Text redaktionell geprüft und verantwortet ihn.Pflicht: Betreiber, also meist du
ChatbotsAbs. 1Menschen müssen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen.Pflicht: Anbieter des Chatbots
Maschinenlesbare MarkierungAbs. 2Etwa per Wasserzeichen in den Metadaten.Pflicht: Anbieter der KI-Tools
Anbieter entwickeln ein KI-System und bringen es unter eigenem Namen auf den Markt. Betreiber setzen es in eigener Verantwortung ein. Hast du einen Chatbot selbst gebaut und betreibst ihn unter deinem Namen, bist laut Leitlinien du der Anbieter.

Und der Digital-Omnibus? Die Änderungsverordnung (EU) 2026/1744 gibt nur den Anbietern von KI-Tools, die schon vor dem 2. August 2026 auf dem Markt waren, für die maschinenlesbare Markierung Zeit bis zum 2. Dezember 2026. Deine sichtbare Kennzeichnung als Betreiber hat sie nicht verschoben.

Fünf Termine, und welcher für dich zählt
20.07.2026Leitlinien der KommissionNicht verbindlich, aber mit vielen Beispielen aus dem Handel.
27.07.2026Digital-Omnibus in KraftVerordnung (EU) 2026/1744. Verschiebt nur die maschinenlesbare Markierung alter Tools.
29.07.2026KI-MIG in KraftBundesnetzagentur grundsätzlich zuständig, mit KI-Service-Desk.
02.08.2026Art. 50 giltSichtbare Kennzeichnung durch Betreiber, Chatbot-Hinweis. Nicht verschoben.
02.12.2026Frist für alte KI-ToolsAnbieter von Tools, die vor dem 2. August auf dem Markt waren: Markierung nach Abs. 2.
Nach Art. 113 KI-VO, Verordnung (EU) 2026/1744 (neuer Art. 111 Abs. 4), KI-MIG (BGBl. 2026 I Nr. 223) und der Pressemitteilung der Bundesnetzagentur vom 29.07.2026.

Die Leitlinien der EU-Kommission vom 20. Juli 2026 sind nicht verbindlich, zeigen aber, wie Behörden die Regeln lesen werden. Auf ihnen baut dieser Beitrag auf.

Wichtig vorab: Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage ein, er ist keine Rechtsberatung. Ob ein bestimmtes Bild in deinem Shop gekennzeichnet werden muss, klärst du im Zweifel mit deinem Rechtstexte-Anbieter oder einer Kanzlei für IT-Recht.

Muss ich das kennzeichnen? Der Test in drei Fragen

Entscheidend ist nicht, ob KI im Spiel war, sondern ob das Ergebnis echt wirkt und täuschen kann.

„Nun habe ich ein Problem, alle meine Mockup Bilder sind mit einer KI generiert.“
Händler, Shopify-Community, Juli 2026

So geht es gerade vielen. Die Leitlinien prüfen einen Deepfake an vier Merkmalen, die alle zusammen erfüllt sein müssen: Der Inhalt ähnelt etwas deutlich, das es gibt oder plausibel geben könnte, nämlich einer Person, einem Gegenstand, einem Ort oder einem Ereignis, und er würde fälschlich als echt oder wahr erscheinen. Ob du täuschen willst, spielt keine Rolle. Gemessen wird am Eindruck deiner Kundschaft.

Muss ich das kennzeichnen? Beispiel antippen
Was hast du mit KI gemacht?
Bild, Video oder TonNur bearbeitet? Farbe, Licht, Zuschnitt, Staub weg, Hintergrund entferntKein Label nach AI ActStandardbearbeitungDas Ergebnis zeigt, was wirklich da war.Wirkt es echt? Ein Mensch, ein Produkt, ein Ort, den man für real halten kannKennzeichnenSichtbar am InhaltZum Beispiel „KI-generiertes Bild“, direkt am Bild oder zu Beginn des Videos.Kein Label nach AI ActOffensichtlich nicht echtCartoon, sprechende Tiere, fliegende Sphinx.
TextInformiert er die Öffentlichkeit über ein Thema von öffentlichem Interesse, ohne dass ein Mensch ihn geprüft hat?Kein Label nach AI ActProdukttext, WerbungAusnahme: Aussagen zu Gesundheit, Sicherheit oder Nachhaltigkeit genau prüfen.KennzeichnenHinweis am TextEntfällt, wenn ein Mensch redaktionell prüft und verantwortet.
Chat oder SprachassistentKennzeichnenHinweis beim ersten Kontakt„Ich bin ein KI-Assistent“ in der ersten Nachricht. Pflicht des Anbieters, prüfe, ob dein Tool das macht.
Schema nach Art. 50 KI-VO und den Leitlinien der EU-Kommission vom 20.07.2026, zur Orientierung, keine Rechtsberatung. Wo der Baum „Kein Label“ zeigt, gilt trotzdem das Wettbewerbsrecht: Ein Bild oder Text darf dein Produkt nie besser zeigen, als es ist.

Wann brauchen KI-Produktbilder und KI-Models ein Label?

Immer dann, wenn KI etwas Neues erzeugt, das wie ein echtes Foto wirkt, vor allem Menschen und veränderte Produkte. Laut Leitlinien zählen auch realistische KI-Menschen als Personen, die es gar nicht gibt. Ein fotorealistisches KI-Model, das dein Shirt trägt, ist damit ein Deepfake im Sinne des Gesetzes.

Was du mit KI machstHinweis nach Art. 50?Warum
Farbe, Licht oder Zuschnitt korrigiert, Staub oder Kratzer entferntNeinStandardbearbeitung, das Bild zeigt weiter, was fotografiert wurde
Hintergrund entfernt oder durch eine Farbfläche ersetztNeinLaut Leitlinien Standardbearbeitung, das Produkt bleibt echt
Echtes Produkt vor einer KI-KulisseIn der Regel neinLeitlinien: kein Deepfake, solange das Produkt selbst richtig dargestellt bleibt. Umstritten, siehe unten
Fotorealistisches KI-Model trägt oder nutzt dein ProduktJaRealistische KI-Person, Kunden halten sie für echt
Produkt per KI verändert: mehr Glanz, andere Proportionen, Zubehör, das nicht dabei istJa, und meist trotzdem unzulässigDeepfake-Beispiel der Leitlinien, zugleich Irreführung über die Beschaffenheit (§ 5 UWG)
Gezeichnete oder klar fantastische SzeneNeinNiemand hält sie für ein echtes Foto
Ein gefaltetes Leinenhemd auf einem Sockel, dahinter eine Wand, die links wie ein echter Studiohintergrund aussieht und rechts in eine gepixelte, erzeugte Landschaft übergeht
Der umstrittene Fall: echtes Produkt, erzeugte Kulisse. Laut Leitlinien in der Regel kein Deepfake, solange das Produkt selbst richtig dargestellt bleibt. (Illustration, mit KI erzeugt)

Wo die Auslegung offen ist. Beim echten Produkt vor KI-Kulisse widersprechen sich die Quellen. Ein Kommentar auf dem Händlerbund-Portal Onlinehändler News sieht dort eine Kennzeichnungspflicht und kritisiert genau das:

„Nicht das Täuschungspotenzial entscheidet, sondern das verwendete Werkzeug.“
Kommentar auf Onlinehändler News (Händlerbund), Juli 2026

Der Kommentar erschien am 14. Juli, sechs Tage vor den Leitlinien. Die Kommission sieht es inzwischen anders: Ein echtes Produkt, etwa ein Auto, vor einer KI-erzeugten Umgebung ist kein Deepfake, solange die Anzeige nicht über das Produkt selbst täuscht.

Ebenfalls offen ist der Fall, dass du per KI eine Farbvariante zeigst, die es wirklich gibt, aber nie fotografiert hast. Der vorsichtige Weg ist hier ein Hinweis oder ein echtes Foto.

Wichtiger als jedes Label

Ein Hinweis macht ein irreführendes Bild nicht zulässig. Zeigt KI dein Produkt hochwertiger, größer oder anders, als es ist, bleibt das eine Irreführung, mit oder ohne Label.

Nach § 5 UWG, darauf weist auch die IT-Recht Kanzlei hin.

Das gilt übrigens genauso für Bilder, die du ganz ohne KI von Hand retuschierst. Wenn du deine Bildwelt ohnehin neu aufstellst, plane von Anfang an, welche Motive echt fotografiert, welche bearbeitet und welche erzeugt werden. Wie wir das angehen, steht auf unserer Seite zur Branding-Agentur.

Müssen KI-Produkttexte gekennzeichnet werden?

Nach dem AI Act in der Regel nicht. Die Pflicht für Texte gilt nur, wenn ein Text veröffentlicht wird, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Die Leitlinien nennen KI-bearbeitete Werbetexte und Produktbeschreibungen ausdrücklich als Beispiel für Texte, die nicht darunter fallen, mit einer Einschränkung:

KI-Texte im Shop: drei Stufen
Kein Hinweis nach AI ActProduktbeschreibung, Werbetext, ÜbersetzungDie Leitlinien nennen KI-bearbeitete Werbetexte und Produktbeschreibungen ausdrücklich als nicht erfasst.
Genau prüfenAussagen zu Gesundheit, Sicherheit, NachhaltigkeitVon diesem Beispiel ausgenommen. Betrifft etwa Nahrungsergänzung, Kosmetik oder Umweltversprechen.
Hinweis, außer geprüftRatgeber zu einem Thema von öffentlichem InteresseEntfällt, wenn ein Mensch den Inhalt wirklich prüft und jemand die Veröffentlichung verantwortet. Rechtschreibprüfung reicht nicht.
Plattformregel, nicht AI Act: Google verlangt im Merchant Center, KI-generierte Titel und Beschreibungen über structured_title und structured_description anzugeben. KI-Bilder müssen ihre Metadaten behalten.Nach Art. 50 Abs. 4 KI-VO, den Leitlinien der EU-Kommission vom 20.07.2026 und der Google-Merchant-Center-Hilfe zu KI-generierten Inhalten.

Wenn du deinen Produktfeed ohnehin für Google Shopping pflegst, gehören die beiden KI-Attribute gleich mit hinein. Wie wir Feed und Kampagnen aufsetzen, steht auf der Seite zur Google-Ads-Agentur.

Chatbot im Shop: Wer muss den KI-Hinweis geben?

Rechtlich der Anbieter des Chatbots, praktisch solltest du es kontrollieren. Art. 50 Abs. 1 verpflichtet den Anbieter, sein System so zu bauen, dass Menschen erfahren, dass sie mit einer KI sprechen. Nutzt du ein fertiges Tool, liegt die Pflicht beim Hersteller. Hast du den Chatbot selbst entwickelt oder entwickeln lassen und betreibst ihn unter deinem Namen, bist laut Leitlinien du der Anbieter.

Die Ausnahme „offensichtlich“ greift im Shop kaum: Die Leitlinien nennen KI-Chatbots in Helpdesks und auf Plattformen ausdrücklich als Fall, in dem der Hinweis nötig ist.

Derselbe Chat, zwei Begrüßungen
AssistentUnzureichendHallo, ich bin Lena! Wie kann ich helfen?Menschlicher Name, KI-Hinweis nur in den AGB oder als Pauschalsatz „Dienste auf dieser Website nutzen KI“.
KundenserviceKI-AssistentKlarHallo! Ich bin ein KI-Assistent. Wie kann ich helfen?Hinweis in der ersten Nachricht, dazu ein kleines Label am Chatfenster.
Schema nach Art. 50 Abs. 1 KI-VO und den Leitlinien der EU-Kommission vom 20.07.2026: Als unzureichend gelten unter anderem Hinweise nur in AGB, Dokumentation oder hinter einem Link, Namen wie „Assistent“ oder menschlich wirkende Figuren ohne klaren KI-Hinweis und Pauschalsätze.

Öffne deinen Shop in einem privaten Fenster und starte den Chat. Steht dort nichts, sprich den Anbieter an oder ergänze die Begrüßung selbst. Welche Apps im Shop sonst ihren Platz verdienen, steht in Shopify-Apps: Welche ein Shop wirklich braucht.

KI-Videos und Anzeigen: Reicht das Label von Meta oder Shopify?

Nein. Die Labels der Plattformen sind deren eigene Regeln, deine Pflicht als Betreiber ersetzen sie nicht. Laut Leitlinien kannst du dich als Betreiber auch nicht auf die unsichtbare Markierung der KI-Tools verlassen, weil Menschen sie nicht sehen.

Ausschnitt aus der Meta-Hilfe: Wo das Label KI-Info in Anzeigen erscheint und wann ein Anzeigenbild kein Label erhält
Screenshot: Meta-Hilfebereich, „So werden KI-generierte Bilder in Werbeanzeigen auf Meta identifiziert und gekennzeichnet“, 21.10.2026
Was die Plattform macht, und was bei dir bleibt
Logo MetaMetaPlattformLabel „KI-Info“ für Anzeigen, die mit Metas eigenen KI-Funktionen erstellt oder stark verändert wurden.Bei dirAnzeigen mit Tools von Drittanbietern bekommen es laut Meta nicht. Ein woanders erzeugtes KI-Video braucht deinen eigenen Hinweis im Video.
Logo Shopify MagicShopify MagicPlattformBilder aus der Medienerzeugung bekommen ein unsichtbares Wasserzeichen als Metadaten.Bei dirDas ist die Markierung nach Abs. 2, kein sichtbarer Hinweis für deine Kunden.
Nach Meta-Hilfebereich „KI-Info“ und Shopify-Hilfe zur Medienerzeugung, beide am 21.10.2026 gelesen. Laut Leitlinien kannst du dich als Betreiber nicht auf die unsichtbare Markierung verlassen, weil Menschen sie nicht sehen. Logos sind Marken ihrer Inhaber.

Besonders heikel sind KI-Avatare, die wie echte Kundinnen in die Kamera sprechen. Sie sind realistische Personen im Sinne der Leitlinien, also kennzeichnungspflichtig. Spielt der Avatar zusätzlich eine Erfahrung vor, die es nie gab, wird es auch wettbewerbsrechtlich eng. Wie du mit Videos von echten Menschen arbeitest, steht in UGC-Content für Onlineshops, wie wir Anzeigen auf Facebook und Instagram aufsetzen, auf der Seite zur Meta-Ads-Agentur.

Wie kennzeichnest du richtig, und was droht bei Fehlern?

Der Hinweis gehört direkt an den Inhalt und muss spätestens beim ersten Sehen erkennbar sein (Art. 50 Abs. 5). Für Bilder heißt das: ein kurzer Text wie „KI-generiertes Bild“ auf oder direkt unter dem Bild, überall, wo das Motiv auftaucht, auch in der Galerie und auf Kategorieseiten. Für Videos ein Hinweis zu Beginn. Die EU-Kommission stellt dafür freie Icons bereit, die Nutzung ist optional.

Derselbe Hinweis, zwei Ortenur in Fußzeile und AGB
Leinen-Shirt, Salbei49,00 €In den Warenkorb
ImpressumAGBDatenschutzHinweis: Einige Bilder wurden mit KI erstellt.
Schema. Nach Art. 50 Abs. 5 KI-VO muss der Hinweis spätestens beim ersten Sehen klar und eindeutig sein. Was man in Handbüchern, Menüs oder Nutzungsbedingungen leicht übersieht, reicht laut Leitlinien der EU-Kommission nicht.

Damit sich der Hinweis pro Bild schalten lässt, muss das Theme ihn vorsehen. Wann sich dafür ein eigenes Design lohnt, steht in Shopify-Theme oder eigenes Design?.

Aufsicht und Bußgeld

Wer kontrolliert, und was ein Verstoß gegen Art. 50 kosten kann.

15 Mio. €

Geldbuße bis zu, nach Art. 99 Abs. 4

3 %

oder des weltweiten Jahresumsatzes, je nachdem

KMU

zahlen den jeweils niedrigeren Betrag

Zuständig in Deutschland ist grundsätzlich die Bundesnetzagentur (KI-MIG, BGBl. 2026 I Nr. 223, in Kraft seit 29.07.2026). Sie betreibt einen KI-Service-Desk vor allem für kleine und mittlere Unternehmen.

Für einen einzelnen Shop ist eine Abmahnung das näherliegende Szenario. Sicher ist: Ein Bild, das dein Produkt falsch zeigt, ist nach § 5 UWG angreifbar.

Offen ist, ob schon das fehlende Label allein über § 3a UWG abgemahnt werden kann. Das hängt daran, ob Art. 50 als Regel gilt, die das Marktverhalten im Interesse der Marktteilnehmer regelt. Eine Rechtsanwältin hält das in einem Fachbeitrag für möglich. Ein Urteil dazu stand in den Quellen, die wir bis zum 21. Oktober 2026 gelesen haben, nicht.

Jason Spizert im Gespräch am Tisch, zeigt auf ein Tablet
Ob ein Bild einen Hinweis braucht, entscheidet sich bei der Planung der Bildwelt, nicht erst beim Hochladen.
So gehst du jetzt vor0 von 6 erledigt
Abhaken bleibt nur in diesem Fenster, gespeichert wird nichts.

Du musst etwas tun, wenn …

  • du KI-Models, KI-Avatare oder realistische KI-Szenen mit Menschen zeigst
  • KI dein Produkt verändert darstellt, auch nur in Details
  • ein Chatbot auf deiner Seite ohne KI-Hinweis antwortet
  • du Ratgebertexte zu Gesundheit oder Sicherheit ungeprüft aus der KI veröffentlichst

Du musst nichts kennzeichnen, wenn …

  • du KI nur für Produktbeschreibungen, Werbetexte oder Übersetzungen nutzt
  • KI nur korrigiert: Farbe, Licht, Zuschnitt, Freistellen
  • deine Bilder echte Fotos sind und ohne KI bearbeitet wurden
  • eine KI-Szene klar als Illustration oder Fantasie erkennbar ist

Auch in der rechten Spalte gilt das Wettbewerbsrecht. Und ob dein konkretes Motiv in die eine oder andere Spalte gehört, ist im Grenzfall eine rechtliche Wertung.

Wenn du gerade ohnehin Pflichten im Shop nachziehst: Seit dem 19. Juni 2026 braucht jeder Onlineshop auch einen Widerrufsbutton. Und wenn du dabei gleich wissen willst, wo dein Shop sonst Käufer verliert, hilft dir unser kostenloser Shop-Check.

Nicht die KI macht ein Bild kennzeichnungspflichtig, sondern der Eindruck, den es bei deinen Kunden hinterlässt.

Quellen

Häufige Fragen

Seit dem 2. August 2026. Ab diesem Tag gilt die KI-Verordnung (EU) 2024/1689 laut Art. 113 allgemein, und Art. 50 mit den Transparenzpflichten gehört nicht zu den Teilen, die später starten. Nur Anbieter von KI-Tools, die schon vorher auf dem Markt waren, haben für die maschinenlesbare Markierung bis zum 2. Dezember 2026 Zeit.

Nein. Sichtbar kennzeichnen musst du KI-Bilder und Videos, die realistisch wirken und für echt gehalten werden können, zum Beispiel ein KI-Model oder ein per KI verändertes Produkt. Farbkorrektur, Zuschnitt oder ein entfernter Hintergrund gelten als Standardbearbeitung.

Nach dem AI Act in der Regel nicht. Die Leitlinien der EU-Kommission nennen Werbetexte und Produktbeschreibungen ausdrücklich als nicht erfasst, solange sie keine Aussagen etwa zu Gesundheit, Verbrauchersicherheit oder Nachhaltigkeit enthalten. Für Google Shopping verlangt Google aber eine Angabe im Produktfeed.

Ja, spätestens bei der ersten Nachricht. Die Pflicht liegt beim Anbieter des Chatbots. Hast du ihn selbst gebaut und unter deinem Namen in Betrieb genommen, bist du der Anbieter. Nutzt du ein fertiges Tool, prüfe, ob es den Hinweis zeigt.

Nein. Der Hinweis muss spätestens beim ersten Sehen klar und eindeutig sein, also direkt am Bild, zu Beginn des Videos oder in der ersten Chat-Nachricht. Hinweise, die in Menüs, Handbüchern oder Nutzungsbedingungen stecken, nennen die Leitlinien als unzureichend.

Laut FAQ der EU-Kommission müssen Inhalte, die vor dem 2. August 2026 erzeugt wurden, nicht rückwirkend gekennzeichnet werden. Die Kommission empfiehlt es aber, wo möglich. Wer ein altes Motiv in einer neuen Kampagne einsetzt, sollte neu prüfen.

Zuständige Marktüberwachungsbehörde ist grundsätzlich die Bundesnetzagentur, festgelegt im KI-MIG, das am 29. Juli 2026 in Kraft trat. Für Shops ist daneben die Abmahnung durch Wettbewerber oder Verbände ein mögliches Risiko, wenn ein Bild das Produkt falsch darstellt.

Die KI-Verordnung sieht in Art. 99 Abs. 4 Geldbußen bis 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Jahresumsatzes vor. Für kleine und mittlere Unternehmen gilt der jeweils niedrigere der beiden Beträge.

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