Shopify Markets: International verkaufen mit einem Shop
Shopify Markets erklärt: Märkte anlegen, Unterordner und hreflang, Währung und Rundung, TWINT und iDEAL, Zoll per DDP sowie OSS und Schweizer MWST.

Jason Spizert
Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Veröffentlicht ca. 9 Min.
Die kurze Antwort
Shopify Markets ist der Bereich im Shopify-Admin, mit dem ein einziger Shop in mehrere Länder verkauft: mit eigener Währung, Sprache, Adresse und lokalen Zahlungsarten je Markt. Regionale Märkte anzulegen ist in allen Shopify-Abos ohne Aufpreis möglich, für Zahlungen in mehreren Währungen brauchst du Shopify Payments oder Adyen. Steuern und auf Wunsch Zölle berechnet Markets im Checkout, melden und abführen musst du sie selbst: in der EU über den One-Stop-Shop, in der Schweiz ab 100.000 Franken Umsatz aus Kleinsendungen über eine eigene Registrierung.
Was ist Shopify Markets, und brauchst du dafür einen zweiten Shop?
Nein, du brauchst keinen zweiten Shop. Ein Markt ist in Shopify eine Gruppe von Kundinnen und Kunden, meist ein Land oder mehrere Länder. Für jeden Markt legst du fest, was anders ist als im Heimatmarkt: Währung, Sprache, Adresse, Produkte, Preise, Zahlungsarten.
Die verbreitete Annahme ist eine andere. Viele rechnen mit einem Shop pro Land oder pro Währung.
„Ein Nachteil, den ich bei Shopify sehe, ist, dass ich bei 4 Marken und 4 Währungen insgesamt 16 Shops benötige“E-Commerce-Entscheider, Shopware-Forum, Dezember 2024
Für die Währungen stimmt das nicht: Sie sind eine Einstellung pro Markt. Für die Marken ist es eine echte Entscheidung, dazu mehr am Ende. Wie das im Alltag zusammenspielt, zeigt das Schema.
ein Admin, ein Produktkatalog, ein ThemeMarkets regelt, was die Kundschaft sieht und womit sie zahlt. Was danach mit Paket und Steuer passiert, regelst du.
Wie legst du einen neuen Markt an?
Im Admin unter Märkte, in sieben Schritten. Zwei Voraussetzungen prüft Shopify vorher: Ein Land lässt sich nur aktivieren, wenn es einen Versandtarif dafür gibt. Und in mehreren Währungen kassierst du nur mit Shopify Payments oder Adyen, sonst zahlt die Kundschaft am Ende in deiner Shop-Währung.
Der Grundumfang ist in jedem Tarif gleich. Unterschiede gibt es bei dem, was du je Markt anpassen darfst:
| Funktion je Markt | Basic | Grow | Advanced | Plus |
|---|---|---|---|---|
| Märkte, Währung, Domain, Sprache, Zoll | ja | ja | ja | ja |
| Sprachen im Shop | bis 20 | bis 20 | bis 20 | bis 30 |
| Theme je Markt anpassen | nein | nein | ja | ja |
| Checkout- und Kontoseiten je Markt | nein | nein | ja | ja |
| Geschäftseinheiten je Markt | nein | nein | nein | ja |
Geschäftseinheiten brauchst du, wenn zum Beispiel eine Schweizer Tochtergesellschaft den Markt Schweiz führen soll. Das geht nur mit Plus. Wann sich der Wechsel auf Plus rechnet, besprechen wir auf der Seite zur Shopify-Plus-Agentur.
Unterordner, Subdomain oder Länderdomain?
Für die meisten Shops Unterordner, also deinshop.de/de-ch. Shopify empfiehlt sie selbst: wenig Aufwand, und die neue Länderversion erbt die Stärke, die deine Hauptdomain bei Google schon hat. Eine eigene .ch-Domain sendet das stärkste lokale Signal, fängt aber bei null an.
Zwei Details aus der Shopify-Hilfe sparen später Arbeit. Reine Sprachordner wie /fr gibt es nur im Heimatmarkt, alle anderen Märkte kombinieren Sprache und Land, etwa /fr-ch. Und wer einen Markt mit Unterordner wieder löscht, erzeugt 404-Seiten, bis Weiterleitungen gesetzt sind. Wie man Adressen sauber umzieht, steht in Shopsystem wechseln ohne Ranking-Verlust.
Die Übersetzung selbst läuft über Shopifys App Translate & Adapt, von Hand oder per KI. Der Checkout ist in 33 Sprachen schon vorübersetzt. Nicht übersetzen lassen sich unter anderem Tags, Produktbilder, Kollektionsfilter und Formulare aus Shopify Forms. Wer mit Text im Bild arbeitet, braucht also eigene Bilder je Sprache.
Wie rechnet Shopify Preise in eine andere Währung um?
Automatisch zum aktuellen Kurs, plus Gebühr, plus Rundung. Shopify nimmt deinen Preis, multipliziert mit dem Mittelkurs und schlägt die Umrechnungsgebühr auf. Für Shopify Payments außerhalb der USA sind das 2 %. Danach rundet Shopify auf die übliche Endung der Währung, wenn du die Rundung einschaltest.
Drei Folgen, die man vorher kennen sollte. Die Gebühr steckt im Preis, den die Schweizer Kundschaft sieht. Bei einer Erstattung bekommst du sie nicht zurück, und der Kurs ist dann ein anderer als beim Kauf.
Feste Kurse je Markt bietet Shopify nur mit Managed Markets an, das es in Deutschland nicht gibt. Alternativ setzt du mit Katalogen feste Preise je Land. Was sonst im Monat an Gebühren anfällt, rechnet Was Shopify wirklich kostet durch.
Welche Zahlungsarten brauchst du in welchem Land?
Die, die im Land üblich sind, und Shopify zeigt sie dir. Sobald ein Markt ein passendes Land enthält, erscheint auf seiner Zahlungskarte die lokale Methode: iDEAL | Wero für die Niederlande, TWINT für die Schweiz, eps für Österreich, Bancontact für Belgien. Jede hat eigene Bedingungen.
Die Bedingungen sind keine Formsache. Wer TWINT will, braucht CHF-Preise und die Schweizer Mehrwertsteuer im Checkout. Damit hängt die Zahlungsart direkt an der Steuerfrage aus dem nächsten Abschnitt.
„Ich habe sehr gutes Geld durch Schweiz gemacht nun sehe ich manchmal am Tag über 20 abgebrochene checkouts darunter 16-17 nur Schweiz kann mir jemand sagen warum“Shopbetreiber, Shopify-Community, Oktober 2022
Einen Abbruch, der sich auf ein Land ballt, prüfst du zuerst an drei Stellen: Währung, Zahlungsarten und Kosten im Checkout, also Versand und mögliche Zollgebühren. Wie du Abbrüche systematisch eingrenzt, zeigt Viele Besucher, keine Verkäufe.
Zoll und Steuern: Was rechnet Shopify, und was bleibt bei dir?
Shopify rechnet, du meldest. Shopify schreibt selbst, dass du die Steuererhebung automatisieren, aber nicht über Shopify abführen oder einreichen kannst. Dieser Abschnitt ist Information, keine Steuerberatung. Was für deinen Shop gilt, klärst du mit deiner Kanzlei.
Die Grenze von Markets
Markets zeigt Preise inklusive Steuer und erhebt auf Wunsch den Zoll. Die Erklärung beim Finanzamt, beim BZSt oder bei der ESTV schreibt niemand für dich.
Sinngemäß nach der Shopify-Hilfe „Steuern in der EU“, abgerufen am 21.10.2026
Zoll betrifft von den fünf Beispielmärkten nur die Schweiz, innerhalb der EU gibt es keinen. Du entscheidest, wer ihn zahlt: die Kundschaft bei Zustellung (DAP) oder du über den Checkout (DDP). Für DDP über Shopify braucht jedes Produkt einen HS-Code und ein Herkunftsland.
Steuern hängen an zwei Schwellen. In der EU gilt ab mehr als 10.000 Euro Fernverkäufen an Privatkunden in andere EU-Länder die Steuer des Ziellands (§ 3c UStG), gemeldet wird quartalsweise über den One-Stop-Shop beim BZSt. In der Schweiz wirst du ab 100.000 Franken Umsatz aus Kleinsendungen im Jahr mehrwertsteuerpflichtig, mit Steuervertreter in der Schweiz. Der Normalsatz dort liegt bei 8,1 %.

Wie die Umsätze aus mehreren Ländern sauber in der Buchhaltung ankommen, getrennt nach Land und Steuersatz, steht in Shopify-Buchhaltung: Lexware Office, sevdesk und DATEV.
Wann reicht Shopify Markets nicht?
Wenn du die Pflichten im Zielland abgeben willst. Genau das leistet Managed Markets: Global-e wird zum eingetragenen Händler, übernimmt Steuerregistrierung, Abführung und Zoll. Für Shops in Deutschland ist das allerdings keine Option.

Damit bleibt für Händler aus dem DACH-Raum ein Shop mit Markets der Normalfall. Mehrere Shops sind die Ausnahme, aber es gibt sie.
Ein Shop mit Markets reicht, wenn …
- eine Marke in mehrere Länder verkauft
- ein Team alle Märkte führt
- Sortiment und Preise je Land nur abweichen, nicht grundverschieden sind
- eine Gesellschaft verkauft oder Plus mit Geschäftseinheiten im Spiel ist
Mehrere Shops prüfen, wenn …
- mehrere Marken getrennt auftreten sollen
- lokale Teams ihre Märkte unabhängig führen
- eine Landesgesellschaft ohne Plus eigenständig verkaufen soll
- Abläufe je Land so verschieden sind, dass ein Admin sie nicht mehr trägt
Die Ausnahme mit lokalen Teams nennt Shopify selbst: Dann kann es besser sein, über mehrere Shops zu verkaufen und in verschiedenen Währungen auszuzahlen.

Für wen dieser Beitrag nicht gilt: Shops mit Sitz in Österreich oder der Schweiz, für die andere Steuerregeln gelten, und Händler, die Waren aus einem Lager außerhalb der EU versenden. Ziehst du gerade von einem anderen System mit mehreren Länder-Shops um, plane die Märkte gleich bei der Shopify-Migration mit. Und wenn du erst wissen willst, ob dein Shop für das nächste Land bereit ist, ist der Shop-Check der schnellste Einstieg.
Häufige Fragen
Das Anlegen regionaler Märkte ist in allen Shopify-Abos ohne Aufpreis enthalten. Kosten entstehen im Betrieb: 2 % Umrechnungsgebühr, wenn Shopify Payments in einer anderen Währung als deiner Auszahlungswährung kassiert, und 0,85 % je Bestellung, wenn Shopify Zölle im Checkout berechnet.
Nein. Ein Shop kann mehrere Länder mit eigener Währung, Sprache und Adresse bedienen. Mehrere Shops lohnen sich eher, wenn lokale Teams ihre Märkte unabhängig führen oder verschiedene Marken getrennt auftreten sollen.
Ja, für jeden Markt mit eigener Domain, Subdomain oder eigenem Unterordner, inklusive x-default. Laufen alle Märkte über dieselbe Adresse, entstehen keine hreflang-Tags. Die Automatik lässt sich abschalten, wenn ein Theme oder eine App die Tags selbst setzt.
Ja, über Shopify Payments, auch mit einem Konto in Deutschland. Voraussetzung sind Preise in CHF, Versand in die Schweiz und die im Checkout ausgewiesene Schweizer Mehrwertsteuer. Für Abo-Produkte geht TWINT nicht.
Sobald deine Fernverkäufe an Privatkunden in andere EU-Länder 10.000 Euro im Jahr überschreiten, gilt die Steuer des Ziellands. Der One-Stop-Shop beim BZSt ist der Weg, diese Steuer zentral zu melden, statt dich in jedem Land zu registrieren. Ob und ab wann, klärst du mit deiner Kanzlei.
Nein, Stand Oktober 2026 nicht. Laut Shopify-Hilfe ist Managed Markets nur für Händler mit Sitz in den kontinentalen USA und für bestimmte Shops in Kanada und Großbritannien verfügbar.
Rabatte und Gutscheine gelten marktübergreifend. Feste Beträge, etwa 10 Euro Rabatt, rechnet Shopify im Checkout in die Währung des Markts um. Rabatte lassen sich außerdem auf einzelne Märkte beschränken.











