Shopify mit Warenwirtschaft verbinden: JTL, Xentral, Billbee, PlentyONE und Pickware im Vergleich
Ab wann Shopify eine Warenwirtschaft braucht, wie Bestand, Bestellungen und Rechnungen fließen und was JTL, Xentral, Billbee, PlentyONE und Pickware kosten.

Jason Spizert
Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Veröffentlicht ca. 9 Min.
Die kurze Antwort
Eine Warenwirtschaft brauchst du neben Shopify, sobald mehrere Kanäle aus demselben Bestand verkaufen, du selbst lagerst und einkaufst oder Rechnungen und Belege für alle Kanäle aus einem System kommen sollen. Dann führt die Warenwirtschaft Artikel, Bestand und Aufträge, Shopify bleibt der Ort, an dem bestellt wird. Verbunden werden beide über einen Connector: JTL, Xentral, Billbee, PlentyONE und Pickware bringen eigene Shopify-Anbindungen mit. Wer nur über Shopify verkauft und einen Fulfiller packen lässt, kommt meist ohne aus.
Wann reicht Shopify allein, und ab wann brauchst du eine Warenwirtschaft?
Shopify allein reicht, solange Shopify dein einziger Verkaufskanal ist. Bestandsverwaltung ist in jedem Tarif enthalten, Basic, Grow und Advanced verwalten bis zu 10 Lagerstandorte, Plus bis zu 200. Ein Produkt darf bis zu 2.048 Varianten aus drei Optionen haben. Für einen Shop mit einem Lager oder einem Fulfillment-Dienstleister ist das genug.
Eng wird es an drei Stellen. Erstens beim zweiten Kanal: Sobald Amazon, eBay, OTTO oder Kaufland aus demselben Regal verkaufen, braucht es einen Bestand, der für alle Kanäle gilt. Zweitens im eigenen Lager: Wareneingang, Lagerplätze, Kommissionierung und Nachbestellung beim Lieferanten. Drittens bei Belegen: Rechnungen, Gutschriften und Zahlungen für alle Kanäle sollen aus einem System an die Buchhaltung gehen.
„Als Wawi Ersatz / Einstieg halte ich es für völlig untauglich.“Forumsbeitrag zu Shopify im Multichannel-Handel, sellerforum.de, 2022
Das Zitat ist hart, trifft aber den Punkt für Händler mit mehreren Kanälen. Für einen reinen Shopify-Shop stimmt es so nicht. Die Frage ist nicht, ob Shopify gut genug ist, sondern wie viele Systeme an deinem Bestand hängen.
Die ehrliche Einschränkung: Wenn dein Lager bei einem Fulfiller liegt, hängt dessen Lagersystem direkt an Shopify. Eine eigene Warenwirtschaft dazwischen wäre dann eine dritte Stelle, an der Bestand stimmen muss. Für Rechnungen an Firmenkunden reicht oft eine Rechnungs-App. Was ab 2027 für die E-Rechnung gilt, steht in E-Rechnung im Onlineshop.
Wie fließen die Daten zwischen Shopify und Warenwirtschaft?
Bestellungen fließen von Shopify in die Warenwirtschaft, alles andere fließt zurück. Die Warenwirtschaft ist das führende System für Artikel, Bestand und Preise, Shopify und die Marktplätze bekommen diese Werte von ihr. So sieht das als Schema aus:



- Artikel und Preise: von der Warenwirtschaft zu Shopify. Bei Xentral geht das auch umgekehrt, du legst fest, welche Stammdaten übertragen werden, und ob Netto- oder Bruttopreise.
- Bestand: von der Warenwirtschaft zu allen Kanälen. Bei Xentral setzt der Abgleich identische Artikelnummern (SKUs) in beiden Systemen voraus.
- Bestellungen: von Shopify in die Warenwirtschaft, mit Kunde, Adresse und Zahlstatus.
- Versand: Die Warenwirtschaft erzeugt das Label für DHL, DPD und Co. und schickt die Trackingnummer zurück an Shopify. Shopify informiert dann den Kunden.
- Buchhaltung: Rechnungen, Gutschriften und Zahlungen gehen aus der Warenwirtschaft an DATEV, Lexware Office oder sevdesk. Wie Shopify-Auszahlungen in DATEV zusammenpassen, zeigt Shopify und DATEV: Sammelauszahlungen.
Shopify ist der Ort, an dem bestellt wird. Die Warenwirtschaft ist der Ort, an dem gearbeitet wird.
JTL, Xentral, Billbee, PlentyONE, Pickware: Was passt zu wem?
Alle fünf haben eine eigene Shopify-Anbindung, sie unterscheiden sich vor allem darin, wie sie abrechnen und wo sie herkommen. Billbee und PlentyONE kommen aus dem Marktplatz-Handel, Pickware aus dem Lager, JTL und Xentral sind breite Warenwirtschaften mit Lager, Einkauf und Buchhaltung. Wenn es dir vor allem um Amazon, eBay und Otto geht, steht der Weg ohne Warenwirtschaft in Shopify mit Amazon, eBay und Otto verbinden.
| System | Einstieg laut Preisseite | Abrechnung | Shopify-Anbindung | Passt zu |
|---|---|---|---|---|
| JTL (JTL-Wawi) | Start 0 €, Advanced 99 € mit Jahresvertrag, 119 € monatlich | Edition plus Auftragspaket für Shopify-Aufträge | Shop Connector, in allen Editionen enthalten | vielen Marktplätzen, eigenem Lager, Händlern, die JTL schon kennen |
| Xentral | Launch 99 €, Starter 349 € mit Jahresvertrag, 389 € monatlich | Paket, im Launch zusätzlich 0,30 € je Auftrag | Shopify-Connector in Xentral | wachsenden Teams mit Einkauf, Lager und Automatisierung |
| Billbee | ab 9 € netto | nach Bestellungen, alles inklusive | App im Shopify App Store | kleinen Multichannel-Händlern ohne großes Lager |
| PlentyONE (früher plentymarkets) | Lite ab 59 € netto | Plan plus Umsatz (GMV), Start inklusive 10.000 € Monatsumsatz | App im Shopify App Store | vielen Marktplätzen, Shopify als einem Kanal von vielen |
| Pickware | Starter 99 € zzgl. MwSt., 89 € mit Jahresvertrag | Plan mit Inklusivbestellungen, dazu Lizenz je Scanner | App im Shopify App Store | Händlern mit eigenem Lager, die picken und packen |
Ein Blick in den Shopify App Store lohnt vor der Entscheidung. Stand 21.10.2026 haben die Shopify-Apps sehr unterschiedliche Bewertungen: Pickware 4,8 Sterne aus 20 Bewertungen, Billbee 4,5 aus 56, PlentyONE 1,2 aus 17, der JTL ERP-Connector 1,0 aus 6. Das sind wenige Stimmen, ein Hinweis also, kein Urteil. Lies die Bewertungen trotzdem, sie zeigen, wo es im Alltag hakt. Für Xentral haben wir keine App im App Store gefunden, die Anbindung richtest du in Xentral selbst ein.

Was kostet eine Warenwirtschaft für Shopify?
Für 500 Shopify-Bestellungen im Monat zahlst du laut den Preisseiten zwischen 79 und 389 Euro im Monat, bei PlentyONE ab 59 Euro, je nach Umsatz. Die Einrichtung ist nicht eingerechnet. Der Unterschied kommt vor allem aus dem Abrechnungsmodell: pro Auftrag, pro Paket oder nach Umsatz. Gerechnet mit den Preisseiten vom 21.10.2026:
| System | Beispiel: 500 Shopify-Bestellungen im Monat | Was dazukommen kann |
|---|---|---|
| JTL | 79 € Auftragspaket in JTL Start (lokal betrieben), mit Advanced 99 € plus 79 € | Cloud-Betrieb ab 49,99 € im Monat, Einrichtung durch einen Servicepartner |
| Xentral | 349 € im Starter-Paket mit Jahresvertrag, 500 Aufträge inklusive | Launch ist auf 100 Aufträge im Monat begrenzt und passt hier nicht |
| Billbee | 125 € netto laut Preisrechner | nichts, laut Billbee sind alle Funktionen und Schnittstellen inklusive |
| PlentyONE | ab 59 € netto im Plan Lite, der Preis steigt mit dem Umsatz | Lite ist auf 1.000 Varianten und ein Lager begrenzt |
| Pickware | 99 € zzgl. MwSt. im Starter, 1.000 Bestellungen inklusive | 199 € im Monat je Gerätelizenz für die Lager-App, Hardware extra |

Die Lizenz ist selten der größte Posten. Teurer wird die Einrichtung: Artikel zuordnen, Varianten abbilden, Versandarten und Steuersätze einstellen, testen. Plane dafür Zeit oder einen Servicepartner ein. Was Shopify selbst und seine Apps kosten, steht in Was kostet Shopify wirklich?.
Welche Stolperfallen gibt es bei der Anbindung?
Die meisten Probleme entstehen nicht im Connector, sondern in der Frage, welches System welches Feld führt. Wer das vorher nicht festlegt, pflegt später doppelt.
„Und zwar ist die Wawi Federführend aber du arbeitest trotzdem in 2 Systemen ( sieh Storno,Rückzahlungen etc)“Händler nach dem Wechsel zu Shopify, JTL-Forum, 2023
- Führendes System: Leg je Feld fest, wo es gepflegt wird. Bestand, Preise und Aufträge in der Warenwirtschaft. Produkttexte, Bilder und Metafelder für das Design oft in Shopify. Stornos und Erstattungen brauchen einen festen Weg, sonst stehen sie in einem System und fehlen im anderen.
- Varianten: Shopify erlaubt drei Optionen je Produkt, etwa Farbe, Größe und Material. Hat dein Artikel in der Warenwirtschaft mehr Merkmale, musst du sie zusammenfassen oder in Metafelder auslagern. Gleiche Artikelnummern in beiden Systemen sind die Voraussetzung, dass der Abgleich trifft.
- Bundles und Sets: Shopify schätzt den Bestand eines Bundles aus seinen Bestandteilen und zeigt Bundles im Auftrag als verschachtelte Positionen. Die Warenwirtschaft muss das als Stückliste kennen, sonst bucht sie das Set ab, aber nicht die Einzelteile. Entscheide, ob das Bundle in Shopify oder in der Warenwirtschaft entsteht, nie in beiden.
- Abgleich-Takt: Kein Abgleich ist sofort. Läuft er alle paar Minuten und du verkaufst das letzte Stück fast gleichzeitig auf Amazon und in Shopify, ist es zweimal verkauft. Frag nach der Verzögerung bei deinem Volumen und halte für Restposten einen kleinen Puffer.
- Doppelte Rechnungen: Wenn Shopify Rechnungen erzeugt und die Warenwirtschaft auch, bekommt die Buchhaltung zwei Belege für eine Bestellung. Eine Stelle schreibt Rechnungen, die andere nicht.
„Schade, das der Connector nicht alles für Shopify abdeckt.“Händler vor dem Wechsel, JTL-Forum, 2025
Prüf deshalb vor dem Kauf, was der Connector konkret überträgt. Bei JTL lassen sich zum Beispiel Metafelder in Shopify aus der Warenwirtschaft steuern. Ob deine Filter, Kategorien und Sonderfelder mitkommen, zeigt nur ein Test mit deinen eigenen Artikeln.

Shop wechseln, Warenwirtschaft behalten: Geht das?
Ja, und das ist der häufigste Weg zu Shopify für Händler, die schon mit JTL oder PlentyONE arbeiten. Du wechselst den Shop, die Warenwirtschaft bleibt und bekommt Shopify als neuen Kanal. Artikel, Kunden und Bestellungen kommen aus der Warenwirtschaft als führender Datenquelle.
Die Reihenfolge, die sich bewährt: zuerst die Felder zuordnen, dann den Connector in einem Testshop wochenlang mitlaufen lassen, Testbestellungen bis in die Warenwirtschaft und zurück durchspielen, und erst dann umschalten. Wie das bei JTL abläuft, steht auf JTL zu Shopify, für PlentyONE auf Plentymarkets zu Shopify. Damit die Rankings den Umzug überstehen: Shopsystem wechseln ohne Ranking-Verlust.
Ein Hinweis zur E-Rechnung, ohne Steuer- oder Rechtsberatung: Rechnungen an Unternehmen in Deutschland müssen als E-Rechnung ausgestellt werden (§ 14 Abs. 2 Nr. 1 UStG). Für Umsätze bis Ende 2026 gilt eine Übergangsfrist, für 2027 nur noch, wenn dein Gesamtumsatz im Vorjahr höchstens 800.000 Euro betrug (§ 27 Abs. 38 UStG). Ob deine Warenwirtschaft XRechnung oder ZUGFeRD erzeugt, gehört deshalb auf die Prüfliste. Was das für dich heißt, klärt deine Steuerberatung.
Häufige Fragen
Shopify hat eine Bestandsverwaltung in allen Tarifen, mit bis zu 10 Lagerstandorten in Basic, Grow und Advanced und 200 in Plus. Für einen Shop mit einem Lager oder einem Fulfiller reicht das oft. Einen gemeinsamen Bestand für Shopify und Marktplätze, Einkauf, Stücklisten und Rechnungen aus einem System bekommst du mit einer Warenwirtschaft.
Billbee für kleine Multichannel-Händler mit nutzungsbasiertem Preis, Pickware, wenn du selbst lagerst und packst, JTL, wenn viele Marktplätze und ein eigenes Lager zusammenkommen, Xentral für wachsende Teams mit Einkauf und Automatisierung, PlentyONE für viele Marktplätze. Entscheidend ist, welches System bei dir führen soll und wie gut dessen Shopify-Anbindung deine Varianten und Bundles abbildet.
Der Shop Connector für Shopify ist laut JTL in allen Editionen enthalten, auch in JTL Start. Für Aufträge aus Shopify brauchst du aber ein Auftragspaket, ab 25 Euro im Monat für 100 Aufträge (Stand 21.10.2026).
Billbee rechnet nach Bestellungen ab: mindestens 9 Euro netto im Monat, laut Preisrechner 125 Euro bei 500 und 171 Euro bei 1.000 Bestellungen, ab 3.500 Bestellungen 8,4 Cent je Bestellung. Die Shopify-Anbindung ist inklusive.
Für Bestand, Preise und Aufträge die Warenwirtschaft, sonst stimmt der Bestand auf den Marktplätzen nicht. Produkttexte, Bilder und Metafelder für das Design pflegen viele Händler lieber in Shopify. Wichtig ist, dass jedes Feld genau eine Quelle hat.
Das hängt vom System und von der Einstellung ab. Xentral überträgt Bestandsänderungen laut eigener Beschreibung, sobald sie anfallen, bei JTL steuert der Worker die Abgleiche. Frag vor dem Kauf nach der Verzögerung bei deinem Volumen und teste sie mit einer echten Bestellung.
Ja. Du wechselst den Shop, nicht die Warenwirtschaft. Die Wawi wird per Connector an Shopify angebunden, Artikel, Kunden und Bestellungen ziehen aus der Wawi mit.











