Shopify POS: Kassensystem für Laden und Onlineshop in einem
Was Shopify POS 2026 kostet, welche Hardware du in Deutschland brauchst, wie Laden und Onlineshop einen Bestand teilen und was TSE und Belegpflicht verlangen.

Jason Spizert
Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Veröffentlicht ca. 9 Min.
Die kurze Antwort
Shopify POS ist die Kasse von Shopify: Laden und Onlineshop teilen sich Produkte, Bestand und Kundenprofile in einem Adminbereich. Die Basisversion steckt in jedem Tarif, POS Pro kostet 79 € je Standort und Monat, jährlich abgerechnet. Kartenzahlungen im Laden kosten ab 1,5 % in Basic. In Deutschland kommen eine TSE (Shopify-App: 9 USD je Standort und Monat), die Belegausgabe und die Meldung der Kasse ans Finanzamt dazu.
Was ist Shopify POS, und was unterscheidet die Basisversion von POS Pro?
Shopify POS ist eine Kassen-App für iPad, iPhone und Android, die direkt an deinem Shopify-Shop hängt. Was du im Laden verkaufst, landet im selben Adminbereich wie deine Online-Bestellungen. Eine eigene Kassensoftware mit Schnittstelle zum Shop fällt weg.
Die Basisversion, oft noch POS Lite genannt, heißt auf Shopifys Preisseite heute „Gelegentlicher Verkauf vor Ort“. Sie ist in jedem Tarif enthalten. POS Pro ist ein Zusatzabo je Laden:

Shopify selbst empfiehlt Pro bei viel Laufkundschaft, einem Team mit mehreren Ebenen oder einem großen Katalog. Unsere Faustregel: Pop-up, Markt oder Showroom mit Termin laufen mit der Basisversion. Ein fester Laden mit Team, Umtausch und Inventur braucht Pro.
Was kostet Shopify POS 2026?
Drei Posten: dein Shopify-Tarif, POS Pro je Laden und die Kartengebühr im Laden. In Deutschland kommt die TSE-App dazu, einmalig die Hardware. Den Tarif zahlst du für den Onlineshop ohnehin.
| Tarif | monatlich | jährlich, je Monat | Karte im Laden | Karte online | POS Pro |
|---|---|---|---|---|---|
| Basic | 36 € | 27 € | 1,5 % | 2,1 % + 0,30 € | + 79 € je Standort |
| Grow | 105 € | 79 € | 1,3 % | 1,8 % + 0,30 € | + 79 € je Standort |
| Advanced | 384 € | 289 € | 1,2 % | 1,6 % + 0,30 € | + 79 € je Standort |
| Plus | ab 2.100 € bei 3 Jahren | Laufzeit 1 oder 3 Jahre | 1,2 % | 1,3 % + 0,30 € | 20 Standorte enthalten |
Stand 21.10.2026 laut shopify.com/de/preise und /de/pos/preisgestaltung, Kartengebühren mit Shopify Payments und jeweils „ab“. Ein Beispiel: ein Laden, Basic jährlich, 15.000 € Kartenumsatz im Monat. Die Basisversion kostet dich 225 € Kartengebühr, mit POS Pro sind es 304 €. Dazu 9 USD für die TSE-App. Stell deine Zahlen ein:
Was der Rechner nicht zeigt: Ab einem gewissen Umsatz lohnt ein höherer Tarif, weil die Kartengebühren sinken, im Laden und online. Den ganzen Kostenblock rechnet Was kostet Shopify? Alle Kosten ehrlich gerechnet vor. Ab wann Plus mit seinen 20 POS-Pro-Standorten aufgeht, steht in Shopify Plus Kosten.
Welche Hardware brauchst du in Deutschland?
Für den Anfang ein Smartphone oder Tablet und einen Kartenleser. Für eine feste Theke kommen Belegdrucker, Scanner und Schublade dazu. Die Preise aus Shopifys Hardware-Shop für Deutschland:
Vor dem Kauf prüfen
girocard steht in Shopifys Liste der Kartenmarken für Zahlungen vor Ort nicht als eigenes Netz. Karten mit Visa- oder Mastercard-Co-Branding laufen über Visa oder Mastercard.
Shopify-Hilfe, Kartenzahlungen in Shopify POS, 21.10.2026
Zahlen bei dir viele Kunden mit reiner girocard, gibt es einen zweiten Weg: das Terminal deiner Bank. Du legst es in POS als eigene Zahlungsart an und markierst die Bestellung nach der Zahlung von Hand als bezahlt. Ob Shopify dafür eine Gebühr für externe Anbieter berechnet, geht aus der Hilfe nicht eindeutig hervor. Frag das vor dem Start beim Shopify-Support. Welche Zahlungsarten online sinnvoll sind, zeigt Shopify Checkout und Zahlungsarten.
Wie bleiben Bestand und Kunden zwischen Laden und Onlineshop synchron?
Gar nicht, im besten Sinn: Es gibt nichts abzugleichen, weil Laden und Shop ein System sind. Laut Shopify-Hilfe aktualisiert jeder Verkauf oder jede Rückgabe in POS den Bestand an dem Standort, den das Gerät ausgewählt hat. Der Onlineshop sieht denselben Bestand.

Wie es aussieht, wenn Kasse und Shop zwei Systeme sind, beschreibt ein Händler mit Shopify und einer separaten Kasse:
„Beide Systeme generieren Gutscheine, die jedoch nur auf dem jeweiligen Vertriebskanal funktionieren.“Händler mit Shopify und ready2order, Shopify-Community (Mai 2024)
In Shopify POS gilt ein Gutschein laut Hilfe an jedem Standort und im Onlineshop, das Guthaben wird über alle Kanäle aktualisiert. Zwei Voraussetzungen für sauberen Bestand: Inventarverfolgung im Adminbereich einschalten und den Bestand den Standorten zuweisen. Und Internet: Ohne Verbindung nimmt POS laut Hilfe Bargeld und manuelle Zahlungen an, Karten offline nur, wenn du das vorher aktivierst.
„Ich habe einen Einzelhandel mit Sportartikel und stoße mit meiner aktuellen Warenwirtschaft an Grenzen.“Einzelhändler vor dem Wechsel zu Shopify POS, Reddit r/selbststaendig (April 2026)
Ob Shopify allein reicht oder eine Warenwirtschaft dazugehört, hängt an Marktplätzen, Lager und Einkauf. Den Entscheidungsweg findest du in Shopify mit Warenwirtschaft verbinden. Wie Bestellungen und Auszahlungen in DATEV, Lexware Office oder sevdesk landen, steht in Shopify-Buchhaltung.
Was gilt in Deutschland: TSE, Belegpflicht und Meldung ans Finanzamt?
Wer mit einer elektronischen Kasse verkauft, muss sie durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung (TSE) schützen, Belege ausgeben und die Kasse dem Finanzamt melden (§ 146a AO). Das gilt für Shopify POS wie für jede andere Kasse. Was folgt, ist eine Information zur Rechtslage, keine Steuer- oder Rechtsberatung.

Zur Meldung: Kassen, die ab dem 1. Juli 2025 angeschafft wurden, meldest du innerhalb eines Monats, ältere waren bis 31. Juli 2025 dran. Gemietete Geräte zählen wie gekaufte, und eine Meldung umfasst immer alle Kassen einer Betriebsstätte (BMF-Schreiben vom 28.06.2024). An den Angaben scheitern viele:
„Leider habe ich überhaupt keine Ahnung, wo ich nun die Serienummern und die Zertifizierungs-ID etc. finden kann zu Shopify und TSE.“Händler mit Shopify POS, Shopify-Community (Juni 2025)
Die TSE-App erzeugt laut Shopify-Hilfe aus einem Steuerzahlerprofil ein XML für die Meldung, der Link kommt innerhalb von 24 Stunden per E-Mail. Für die Seriennummer der TSE verweist Shopify auf eine Anleitung von fiskaly. Die Meldung reichst du über Mein ELSTER ein, am besten zusammen mit deiner Steuerberatung.
Welche Alternativen gibt es, und für wen passt Shopify POS nicht?
Die Alternative ist eine eigenständige Kasse mit eigener Verbindung zum Shop. Ein bekanntes Beispiel ist ready2order. Der Unterschied liegt weniger im Preis als darin, wo Bestand und Kunden leben:
| Shopify POS | ready2order | |
|---|---|---|
| Kasse | Basisversion im Shopify-Tarif, POS Pro 79 € je Standort und Monat | 430,80 € im Jahr je Kassengerät im Jahresabo, einmalig 99 € Aktivierung |
| TSE | App „TSE (KassenSichV)“, 9 USD je Standort und Monat | TSE-Paket 190,80 € im Jahr, für unbegrenzte Geräte |
| Verbindung zum Shopify-Shop | ein System, kein Abgleich | über Apps wie Ready2Sync, die Bestand und Produktdaten abgleichen |
| Gutscheine | gelten im Laden und online | laut einem Händler in der Shopify-Community nur im jeweiligen Kanal |
Stand 21.10.2026, ready2order-Preise laut Preisseite exkl. MwSt. Eine eigene Kasse kann trotzdem die bessere Wahl sein, etwa mit Tischplan in der Gastronomie oder wenn der Onlineshop nur ein kleiner Nebenkanal ist.
Shopify POS passt, wenn …
- dein Onlineshop schon auf Shopify läuft oder dorthin soll
- Laden und Shop dieselben Produkte aus einem Bestand verkaufen
- Kunden online kaufen und im Laden umtauschen oder abholen
Eine eigene Kasse passt besser, wenn …
- viele Kunden mit reiner girocard zahlen und du kein externes Terminal willst
- du Gastronomie mit Tischen und Küchenbons betreibst
- online kaum etwas passiert und der Laden alles trägt
Du bist noch auf einem anderen Shopsystem? Wie der Umzug ohne Datenverlust läuft, steht auf Shopify-Migration. Wenn du neu startest: Onlineshop mit Shopify erstellen lassen.

Wenn Laden und Shop schon laufen und du wissen willst, wo der Kaufweg online hakt: Im kostenlosen Shop-Check klicken wir deinen Shop durch wie ein Kunde und schicken dir ein Video mit den Stellen, die zuerst dran sind.
Häufige Fragen
Die Basisversion ist in jedem Shopify-Tarif enthalten, POS Pro kostet 79 € je Standort und Monat, jährlich abgerechnet. Dazu kommen Kartengebühren im Laden ab 1,5 % in Basic, 1,3 % in Grow und 1,2 % in Advanced sowie in Deutschland die TSE-App für 9 USD je Standort und Monat (Stand 21.10.2026).
Die Basisversion, oft noch POS Lite genannt, heißt bei Shopify heute „Gelegentlicher Verkauf vor Ort“: begrenzter Teamzugriff, einfache Kundenprofile, Rückgaben nur am ursprünglichen Kaufort. POS Pro bringt unbegrenzte Logins, Rollen und Berechtigungen, Inventarmanagement, Umtausch an jedem Standort und Einzelhandelsberichte.
Ja, wenn du in Deutschland eine elektronische Kasse nutzt, die bare Zahlungen erfassen kann. Shopify bietet dafür die App „TSE (KassenSichV)“ mit einer Cloud-TSE von fiskaly an. Ob deine Kasse darunter fällt, klärst du mit deiner Steuerberatung.
Ja. Nach § 146a Abs. 4 AO meldest du elektronische Kassen innerhalb eines Monats nach Anschaffung oder Außerbetriebnahme, elektronisch über Mein ELSTER. Kassen, die vor dem 1. Juli 2025 angeschafft wurden, waren bis 31. Juli 2025 zu melden.
Mindestens ein Smartphone oder Tablet und einen Kartenleser, etwa den WisePad 3 für 59 € aus dem Shopify-Hardware-Shop. Für eine feste Theke kommen POS Terminal, Belegdrucker, Scanner und Kassenschublade dazu, zusammen rund 940 € ohne Tablet.
girocard steht in Shopifys Liste der Kartenmarken für Zahlungen vor Ort nicht als eigenes Netz. Karten mit Visa- oder Mastercard-Co-Branding laufen laut Shopify-Hilfe über Visa oder Mastercard. Alternativ bindest du ein externes Terminal als eigene Zahlungsart ein.
Ja, weil beides ein System ist. Jeder Verkauf in Shopify POS zieht den Bestand am Standort des Geräts ab. Voraussetzung: Inventarverfolgung ist aktiv und der Bestand ist den Standorten zugewiesen.











