Shopify Rabattcodes, Gutscheine und Bundles: So erhöhst du den Bestellwert, ohne Marge zu verschenken
Shopify Rabattcode erstellen und kombinieren, Rabatt gegen Marge rechnen, Gutschein oder Rabatt, Shopify Bundles mit Alternativen und Streichpreise nach PAngV.

Jason Spizert
Aktualisiert am 21. Oktober 2026
Veröffentlicht ca. 11 Min.
Die kurze Antwort
Rabattcodes legst du in Shopify unter Rabatte an: als Code zum Eintippen oder automatisch, als Rabatt auf Produkte oder Bestellung, als „Kaufe X, erhalte Y“ oder als Gratisversand. Pro Bestellung gelten bis zu fünf Produkt- oder Bestellcodes plus ein Versandcode, aber nur, wenn jeder Rabatt die Kombination erlaubt. Rechne vorher: Bei 40 % Marge und 20 % Rabatt brauchst du doppelt so viele Bestellungen für denselben Rohertrag. Bundles, etwa mit der kostenlosen App Shopify Bundles, heben den Bestellwert meist günstiger als ein höherer Rabatt.
Welche Rabattarten gibt es in Shopify?
Vier Arten bringt Shopify selbst mit: Betragsrabatt auf Produkte, Betragsrabatt auf die Bestellung, „Kaufe X, erhalte Y“ und kostenlosen Versand. Jede davon legst du als Rabattcode oder als automatischen Rabatt an. Staffelpreise über mehrere Stufen und Bundles brauchen eine App.
Wichtiger als die Art ist die Klasse: Produkt, Bestellung oder Versand. Sie entscheidet, womit sich ein Rabatt kombinieren lässt. Dazu gleich mehr.
Wie erstellst du einen Rabattcode in Shopify?
Unter Rabatte im Shopify-Admin, in sechs Schritten. Der Schritt, der über deinen Bestellwert entscheidet, ist die Mindestanforderung. Ein Code ohne Mindestbetrag senkt nur den Preis.
Für Creator und Partner legst du je einen eigenen Code an. Wie du damit misst, wer wirklich verkauft, steht in Influencer finden und prüfen.
Grenzen laut Shopify-Hilfe, 21.10.2026
Was ein Shop bei Rabatten höchstens kann
25
automatische Rabatte gleichzeitig aktiv, App-Rabatte mitgezählt
5 + 1
Produkt- oder Bestellcodes plus ein Versandcode je Bestellung
100
Kunden, Produkte oder Varianten je Rabattcode
20 Mio.
eindeutige Rabattcodes je Shop, insgesamt
1
Versandrabatt je Bestellung, zwei stapeln sich nie
30
Komponenten in einem festen Bundle mit Shopify Bundles
Shopify-Hilfe: Rabattcodes, Automatische Rabatte, Rabatte kombinieren, Shopify Bundles.
Welche Rabatte lassen sich kombinieren?
Rabatte verschiedener Klassen ja, aber nur, wenn jeder einzelne Rabatt die Kombination in seinen Einstellungen erlaubt. Shopify rechnet dann in fester Reihenfolge: erst Produkt, dann Bestellung, zuletzt Versand.
Genau hier geht Marge verloren, ohne dass es jemand merkt. Viele Händler wollen, dass Aktion und Code zusammen greifen:
„Mein Ziel ist es, dass Kunden stets den besten Rabatt bekommen auf meine Produkte.“Shop-Neuling, Shopify Community, Februar 2024
Das geht. Aber 30 % Wochenaktion als Produktrabatt plus 10 % Partnercode auf die Bestellung machen aus 100 € nur noch 63 €. Prüf vor jeder Aktion, welche Codes schon draußen sind und womit sie sich kombinieren lassen.
Wie viel mehr musst du verkaufen, wenn du Rabatt gibst?
So viel, dass der kleinere Rohertrag je Bestellung durch mehr Bestellungen wieder aufgeht. Die Faustformel: Mehrabsatz = Rabatt ÷ (Marge − Rabatt). Bei 40 % Marge und 20 % Rabatt sind das 20 ÷ 20, also 100 % mehr Bestellungen.
60 € × (40 − 20) % − 0 € = 12,00 €Nötiger Mehrabsatz je Rabattstufe bei 40 % Marge5 %+14 %10 %+33 %15 %+60 %20 %+100 %25 %+167 %30 %+300 %35 %+700 %40 %VerlustEigener Rechenweg, vereinfacht, kein Branchenwert. Er vergleicht nur den Rohertrag: Wareneinsatz bleibt gleich, der Rabatt kommt komplett aus der Marge. Nicht eingerechnet sind Neukunden, die später ohne Rabatt wiederkaufen, Kunden, die ohnehin gekauft hätten, und Retouren. Balken bei 300 % gekappt.
Der Grund ist einfach. Der Wareneinsatz bleibt gleich, der Rabatt kommt komplett aus deiner Marge. Von 40 Prozentpunkten Rohertrag nimmt ein 20-%-Code die Hälfte. Mit Versand und Zahlungsgebühren je Bestellung wird es noch enger, stell sie im Rechner ein.
Merksatz
Ein Rabatt senkt deinen Preis, aber nicht deine Kosten. Er muss sich über mehr Bestellungen oder über spätere Käufe zurückzahlen.
Rabatte sind trotzdem nicht falsch. Sie haben nur einen Preis, den du vorher kennen solltest:
Ein Rabatt lohnt sich, wenn …
- du Restbestände oder Saisonware abverkaufen willst
- Neukunden nachweislich ohne Rabatt wiederkaufen
- der Code an eine Schwelle gebunden ist, die den Warenkorb hebt
- du einen Kanal messen willst, etwa einen Creator
Lass ihn weg, wenn …
- deine Marge unter 30 % liegt und der Rabatt zweistellig ist
- Kunden schon gelernt haben, auf den nächsten Code zu warten
- der Code auch an Stammkunden geht, die sowieso gekauft hätten
- mehrere Aktionen gleichzeitig laufen und sich stapeln
Ob sich ein Neukunden-Rabatt über spätere Käufe trägt, zeigt der Customer Lifetime Value.
Wie du den Wert eines Kunden über alle Bestellungen rechnest, steht in Customer Lifetime Value berechnen. Rabatte für Neukunden gehören dort einmal in die Rechnung, nicht zweimal: Das erklärt CAC berechnen.
Warum sind Bundles oft das bessere Angebot?
Weil ein Bundle den Warenkorb hebt, statt nur den Preis zu senken. Versand, Verpackung und Zahlungsgebühr fallen einmal je Paket an, egal ob ein oder drei Produkte drin sind. Ein Set mit kleinem Preisvorteil lässt deshalb oft mehr übrig als ein Einzelkauf mit Code.
Bei kleinen Warenkörben entscheidet genau diese Rechnung, ob sich ein Shop überhaupt trägt:
„Ein 5€-Gewürzglas einzeln zu versenden macht bei den aktuellen Logistik- und Werbekosten schlicht keinen Spaß mehr.“E-Commerce-Praktiker aus dem Food-D2C, LinkedIn, April 2026
Ein gutes Bundle ist kein Paket aus Ladenhütern. Es ist ein Angebot, das ein Problem komplett löst: die Pflegeroutine statt eines Shampoos, die Grundausstattung statt eines Einzelteils, der Vorrat für drei Monate statt einer Packung. Das passt zu dem, was Kunden kaufen wollen, und ist schwerer zu vergleichen als ein Einzelpreis.

Teste dabei die Präsentation, nicht nur den Preis: welches Set auf der Produktseite vorausgewählt ist, ob die Mengenstaffel direkt beim Warenkorb-Button steht. Wie du solche Änderungen sauber misst, zeigt unsere Conversion-Optimierung. Wenn Kunden schon im Warenkorb abspringen, lies zuerst Warenkorbabbruch senken.
Shopify Bundles oder eine andere Bundle-App?
Für feste Sets und Multipacks reicht die kostenlose App Shopify Bundles. Sie läuft in allen Shopify-Abos, hält den Bestand der einzelnen Produkte synchron und erlaubt bis zu 30 Komponenten je Set. Mix-and-Match, Mengenstaffeln und Gratisgeschenke kann sie nicht.

Die schwache Bewertung hat einen Grund, den du vor dem Einsatz kennen solltest. Bundles haben keine eigenen Versandprofile, Versand und Bestand rechnet Shopify über die einzelnen Produkte. Ein Händler schreibt:
„A bundle containing two products counts as only ONE item for quantity-based free shipping.“Händler-Bewertung zu Shopify Bundles, Shopify App Store, 16.10.2026
Die Suche nach „bundles“ im App Store ergibt 4.096 Apps. Fünf Beispiele, ausgewählt nach Zahl der Bewertungen und Funktion, keine Rangliste:
| App | Preis laut App Store | Bewertung | Was sie kann |
|---|---|---|---|
| Shopify Bundles | kostenlos | 2,8 aus 570 | feste Bundles, Multipacks |
| Kaching Bundles | ab 14,99 $ im Monat, bis 1.000 $ zusätzlicher Umsatz | 5,0 aus 6.421 | Mengenrabatte, Bundles, Geschenke, A/B-Tests |
| FBP Fast Bundle | ab 19 $ im Monat, bis 1.000 $ Bundle-Umsatz | 5,0 aus 3.583 | feste und Mix-and-Match-Bundles, Kaufe X erhalte Y, Mengenrabatt |
| Bundler | Gratis-Plan, Premium 9,99 $ im Monat | 4,9 aus 2.743 | Staffelpreise, Kaufe X erhalte Y; Mix and Match ab Premium |
| Simple Bundles & Kits | gratis bis 3 Bundles und 50 Bestellungen, sonst ab 24 $ im Monat | 4,9 aus 807 | alle Bundle-Arten, Aufschlüsselung der Artikelnummern |
Achte auf das Preismodell. Kaching und Fast Bundle staffeln nach dem Umsatz, den die App bringt: Je besser das Bundle läuft, desto teurer die App. Verkaufst du Abos, plane getrennt: Bundles in Shopify laufen laut Hilfe nicht mit Kaufoptionen wie Abonnements oder Vorbestellungen. Mehr dazu in Shopify-Abo einrichten, und welche Apps ein Shop überhaupt braucht, in Shopify-Apps: Welche ein Shop wirklich braucht.
Rabattcode oder automatisch. Klasse Produkt, Bestellung oder Versand.01oder Bundle-App



Set, Multipack oder Mengenstaffel. Beispiele aus dem Shopify App Store.Den letzten Schritt vergessen viele: Klaviyo bekommt mit jeder Bestellung den verwendeten Code. Damit trennst du Käufer, die nur mit Rabatt kommen, von allen anderen und schickst ihnen ein Set statt des nächsten Codes. Wie die Anbindung läuft, steht in Klaviyo mit Shopify verbinden.
Geschenkgutschein oder Rabattcode: Was ist der Unterschied?
Ein Geschenkgutschein ist Geld, ein Rabattcode ist ein Preisnachlass. Den Gutschein hat jemand vorab bezahlt, im Checkout wird er wie eine Zahlung verrechnet, nach allen Rabatten. Den Rabattcode zahlst du selbst, aus deiner Marge.
| Geschenkgutschein | Rabattcode | |
|---|---|---|
| Was es ist | Guthaben mit festem Geldbetrag | Nachlass in Prozent, als Betrag oder Gratisversand |
| Im Checkout | Zahlungsmittel, nach den Rabatten verrechnet | senkt die Zwischensumme vor Steuern |
| Wer zahlt | der Käufer, im Voraus | du, aus deiner Marge |
| Umsatzsteuer | Einzweck- oder Mehrzweck-Gutschein, § 3 Abs. 14 und 15 UStG | kein Gutschein, mindert den Preis, § 3 Abs. 13 UStG |
| In Shopify | Produkte > Geschenkgutscheine, in allen Abos | Rabatte > Rabatt erstellen |
Zwei Details aus der Shopify-Hilfe: Als Produkt verkaufst du Gutscheine bis 10.000 US-Dollar, im Admin selbst erstellte bis 2.000 US-Dollar. Und bei Shops, die ab dem 12.05.2025 eröffnet wurden, fällt auf den per Gutschein bezahlten Betrag die Transaktionsgebühr für Drittanbieter an, außer bei Shopify Plus mit Shopify Payments.
Einen Gutschein, den du verschenkst, zahlt niemand vorab. Wirtschaftlich ist er dann ein Rabatt. Wie Einzweck- und Mehrzweck-Gutscheine gebucht werden, steht in Shopify-Buchhaltung: DATEV, Lexware und sevdesk. Für die steuerliche Einordnung deiner Fälle ist dein Steuerberater zuständig.
Was gilt bei Streichpreisen und Rabattaktionen?
Wer Verbrauchern eine Preisermäßigung für eine Ware bekannt gibt, muss den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage vor der Ermäßigung angeben. So steht es in § 11 Abs. 1 der Preisangabenverordnung. Das ist eine Information, keine Rechtsberatung.

Der EuGH hat am 26.09.2024 nachgelegt (C-330/23): Ein Rabatt in Prozent muss sich auf diesen niedrigsten Preis beziehen, nicht auf den üblichen Preis davor. Wer vor drei Wochen schon einmal reduziert hat, wirbt deshalb mit kleineren Prozenten.
In Shopify trägst du den Streichpreis im Feld Vergleichspreis ein. Ob dein Theme oder eine App den 30-Tage-Preis dazuschreibt, prüfst du selbst. Ob ein Rabattcode aus dem Newsletter als individuelle Preisermäßigung zählt, klärst du am besten mit einer IT-Recht-Kanzlei. Für Händlerpreise und Mengenstaffeln im Großhandel gelten eigene Wege, siehe Shopify B2B.
Wo dein Shop heute Bestellwert liegen lässt, siehst du im kostenlosen Shop-Check. Wie ein Gratisversand ab Schwelle denselben Effekt wie ein Bundle haben kann, rechnet Versandkosten im Onlineshop vor.
Häufige Fragen
Im Shopify-Admin unter Rabatte auf „Rabatt erstellen“ klicken, die Art wählen und als Methode „Rabattcode“ einstellen. Danach Wert, Produkte, Mindestanforderung, Kundengruppe, Nutzungsgrenze, Kombinationen und Zeitraum festlegen und speichern.
Ja, bis zu fünf Produkt- oder Bestellcodes und einen Versandcode pro Bestellung. Das klappt nur, wenn jeder beteiligte Rabatt die Klasse des anderen in seinen Kombinationseinstellungen erlaubt. Produkt plus Bestellrabatt geht nur in berechtigten Shops ohne checkout.liquid.
Ein Geschenkgutschein ist vorab bezahltes Guthaben und wird im Checkout wie eine Zahlung verrechnet. Ein Rabattcode senkt den Preis, und das Geld dafür kommt aus deiner Marge. Umsatzsteuerlich ist ein reiner Rabattcode kein Gutschein (§ 3 Abs. 13 UStG).
Nein, Shopify Bundles ist kostenlos und in allen Shopify-Abos verfügbar. Sie kann feste Bundles und Multipacks, aber keine Mix-and-Match-Bundles und nichts zusammen mit Abonnements. Dafür brauchst du eine andere App.
Rechne den nötigen Mehrabsatz: Rabatt ÷ (Marge − Rabatt). Bei 40 % Marge brauchen 10 % Rabatt 33 % mehr Bestellungen, 20 % Rabatt schon 100 % mehr. Liegt der Rabatt bei deiner Marge, verdienst du an keiner Bestellung mehr.
Eine Stufe geht mit Bordmitteln: ein Betragsrabatt mit Mindestanzahl an Artikeln, etwa 10 % ab 3 Stück. Mehrere Stufen nennt Shopify ausdrücklich als Fall für Apps, bei Shopify Plus auch für Checkout Blocks.
Wenn du Verbrauchern eine Preisermäßigung für eine Ware bekannt gibst, ja: § 11 PAngV verlangt den niedrigsten Gesamtpreis der letzten 30 Tage. Ein Prozent-Rabatt muss sich laut EuGH auf diesen Preis beziehen. Das ist keine Rechtsberatung, im Einzelfall hilft eine IT-Recht-Kanzlei.











