Shopify-Shop erstellen: Anleitung für Deutschland 2026
Shopify-Shop erstellen in acht Schritten: Konto, Theme, Produkte, Steuern, Versand, Zahlungen, deutsche Pflichten und .de-Domain verbinden. Stand Oktober 2026.

Jason Spizert
Aktualisiert am 26. Oktober 2026
Veröffentlicht ca. 9 Min.
Die kurze Antwort
Einen Shopify-Shop erstellst du in acht Schritten: Konto anlegen (3 Tage kostenlos, danach 3 Monate je 1 €), Firmendaten eintragen, Theme wählen, Produkte anlegen, Steuern und Versand einrichten, Zahlungen aktivieren, Rechtstexte hinterlegen, testen und starten. Für Deutschland kommen Pflichten dazu, die Shopify nicht automatisch erledigt: Preise inklusive Mehrwertsteuer, Grundpreis, Lieferzeit, ein eindeutiger Bestellbutton, Cookie-Banner und seit Juni 2026 der Widerrufsbutton. Eine .de-Domain kannst du bei Shopify nicht kaufen, du verbindest sie von einem anderen Anbieter.
Die meisten Anleitungen für Shopify sind entweder alt oder für den US-Markt geschrieben. Dann fehlen genau die Punkte, die einen deutschen Shop abmahnfähig machen, oder sie empfehlen Themes und Tarife, die es so nicht mehr gibt.
Diese Anleitung folgt dem Stand von Oktober 2026 und den Klickpfaden aus Shopifys eigenem Hilfebereich „Verkaufen in Deutschland“.
Wie erstellst du einen Shopify-Shop?
In acht Schritten, vom Konto bis zum Livegang. Die Reihenfolge folgt dem Einrichtungsleitfaden, den Shopify nach der Anmeldung im Admin zeigt.
Wichtig für die Planung: In der Testphase kannst du alles einrichten, aber nichts verkaufen. Der Shop bleibt im Privatmodus, bis du einen bezahlten Tarif wählst. Läuft die Testphase ohne Tarif ab, pausiert Shopify den Shop, deine Daten bleiben erhalten.
Schritt 1 und 2: Konto und Firmendaten
Auf shopify.com legst du das Konto an, ohne Kreditkarte. Laut Preisseite testest du 3 Tage kostenlos und zahlst danach 3 Monate lang 1 € im Monat. Danach gilt der Tarif: Basic, Grow, Advanced oder Plus. Was die Tarife kosten und ab wann sich welcher rechnet, steht in Was kostet Shopify?.
Unter den Einstellungen trägst du Shopname, rechtlichen Firmennamen, Geschäftsadresse und Währung ein. Bei der Anmeldung bekommst du eine Adresse auf myshopify.com. Wähle sie mit Bedacht: Sie lässt sich laut Shopify nur ein einziges Mal ändern.
Schritt 3: Theme wählen und anpassen
Shopify hat im Mai 2025 die Horizon-Familie vorgestellt, zehn kostenlose Themes auf Basis von Theme-Blöcken. Das ältere Dawn wird weiter unterstützt. Im Theme-Editor baust du Seiten aus Sektionen, also Layout-Bausteinen, und Blöcken wie Text, Bild oder Button. Blöcke lassen sich bis zu acht Ebenen tief verschachteln.
Neu seit Oktober 2026 ist Canvas, eine Gestaltungsfläche, auf der die KI Sidekick Seiten nach Anweisung umbaut. Für deutsche Shops ist Vorsicht angebracht: Laut Shopify-Hilfe unterstützt Canvas zum Start keine Übersetzungen, keine Märkte und keine App-Blöcke, und so bearbeitete Themes bekommen keine Theme-Updates mehr. Rechtstexte-, Cookie- und Bewertungs-Apps hängen aber oft genau an App-Blöcken.
Ob ein kostenloses Theme reicht oder ein eigenes Design sich lohnt, klärt Shopify-Theme oder eigenes Design. Welche Themes es gibt, zeigt Shopify-Themes im Vergleich.
Schritt 4: Produkte anlegen
Pro Produkt sind seit Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten bei bis zu drei Optionen möglich, etwa Größe, Farbe und Material. Vorher war bei 100 Schluss. Einige Apps und Kauf-Themes kommen mit so vielen Varianten noch nicht zurecht.
Für Bilder empfiehlt Shopify quadratische 2048 × 2048 Pixel, erlaubt sind unter anderem JPEG, PNG und WebP bis 20 MB. Verkaufst du Ware nach Gewicht, Volumen oder Länge, trägst du unter „Preisgestaltung“ den Grundpreis ein: Gesamtmenge und Basiseinheit, Shopify rechnet den Preis pro Kilo oder Liter aus.
Wie Produktbilder für Shop, Google und Marktplätze aussehen sollten, steht in Produktfotos für den Onlineshop.
Schritt 5 und 6: Steuern, Versand und Zahlungen
Unter „Steuern und Zollgebühren“ stellst du ein, dass Preise die Mehrwertsteuer enthalten. Wichtig: Shopify berechnet Steuern, führt sie aber nicht ab. Verkaufst du über 10.000 € im Jahr ins EU-Ausland, brauchst du die OSS-Regelung, die du dort ebenfalls hinterlegst.
Beim Versand legst du Zonen und Tarife an, pauschal, nach Gewicht oder nach Bestellwert, auch „kostenlos ab“. Etiketten für DHL Paket kaufst du direkt im Admin, allerdings nur für den Versand innerhalb Deutschlands. Seit August 2026 gibt es auch DHL Express im Admin, national und international, ohne eigenes DHL-Konto. Was ein sinnvoller Gratisversand kostet, rechnet Versandkosten im Onlineshop vor.
Für Shopify Payments brauchst du ein Euro-Konto mit IBAN, Ausweis, Adressnachweis und einen Geschäftsnachweis wie die Gewerbeanmeldung. Damit laufen Karten, Apple Pay, Google Pay und Klarna. Ein PayPal-Konto legt Shopify beim Erstellen des Shops automatisch an, die Einrichtung schließt du in den Zahlungseinstellungen ab. Gebühren und Auszahlung stehen in Shopify Payments, PayPal und Klarna.
Schritt 7: Was ein deutscher Shop zusätzlich braucht
Hier scheitern die meisten Anleitungen, weil sie für die USA geschrieben sind. Shopify hat dafür einen eigenen Hilfebereich „Verkaufen in Deutschland“. Das ist der Kern daraus:
Zwei Punkte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der letzte Knopf im Checkout muss nach § 312j BGB eindeutig auf die Zahlungspflicht hinweisen, etwa mit „zahlungspflichtig bestellen“. Prüfe in einer Testbestellung, wie er in deinem Shop beschriftet ist. Und seit 19. Juni 2026 brauchst du einen Widerrufsbutton nach § 356a BGB. Shopify verweist dafür auf eigene Rückgabe-Funktionen, sagt aber nicht eindeutig, dass sie alle Anforderungen abdecken. Viele Shops setzen deshalb eine App ein.
Shopify selbst
Die Vorlagen und automatischen Datenschutz-Einstellungen ersetzen laut Shopify keine Rechtsberatung. Die Verantwortung bleibt beim Shop.
Welche Texte du brauchst und was sich seit 2025 geändert hat, steht in Rechtstexte im Onlineshop, der Button im Detail in Widerrufsbutton. Das hier ist keine Rechtsberatung.
Schritt 8: Domain verbinden und live gehen
Eine .de-Domain kannst du bei Shopify nicht kaufen, sie steht nicht in der Liste der angebotenen Endungen. Du kaufst sie bei einem Anbieter deiner Wahl und trägst dort drei Einträge ein:
Vor dem Start machst du mindestens eine Testbestellung, über das Test-Zahlungsgateway oder Shopify Payments im Testmodus. Prüf dabei auch Bestätigungsmail, Rechnung, Storno und Erstattung. Danach stellst du den Shop unter „Onlineshop“ von „Privat“ auf „Öffentlich“. Erst dann sehen Besucher und Google deine Seiten. Zum Schluss verifizierst du den Shop in der Google Search Console und reichst die Sitemap ein, die Shopify automatisch unter /sitemap.xml bereitstellt.
Was schaffst du selbst, und wo kippt es?
Die Technik ist mit Shopify kein Hindernis mehr. Ein Shop mit fertigem Theme steht schnell. Ob er verkauft, entscheidet sich woanders: an Angebot, Produktseiten, Vertrauen und Kaufweg. Laut Baymard brechen Käufer am häufigsten ab, weil Versand, Steuer oder Gebühren erst spät auftauchen, und zwar in 40 % der Fälle (US-Studie).
Selbst bauen passt, wenn …
- du erst testen willst, ob sich dein Produkt verkauft
- ein kostenloses Theme deine Marke trägt
- du Zeit für Texte, Fotos und Rechtstexte hast
- du wenige Produkte mit einfachen Varianten hast
Hilfe lohnt sich eher, wenn …
- die Marke wie ein Marktführer wirken soll
- du von einem anderen Shopsystem umziehst und Rankings halten willst
- viele Varianten, Märkte oder Händlerpreise dazukommen
- Werbung schon läuft und jeder Besucher zählt
Ein Shop ist schnell gebaut. Ein Shop, der verkauft, braucht eine klare Antwort darauf, warum jemand gerade bei dir kauft.
Was nach dem Livegang zuerst kommt, steht in Onlineshop eröffnen. Willst du den Shop bauen lassen, zeigt Onlineshop erstellen lassen, was in welchem Umfang steckt. Ziehst du von einem anderen System um, hilft die Shopify-Migration.
Häufige Fragen
Mit einem Konto auf shopify.com: 3 Tage kostenlos testen, danach 3 Monate für je 1 €. Danach führt ein Einrichtungsleitfaden im Admin durch Firmendaten, Theme, Produkte, Versand, Steuern und Zahlungen. Verkaufen kannst du erst, wenn du einen bezahlten Tarif gewählt und das Passwort entfernt hast.
Der Tarif kostet 27 € (Basic), 79 € (Grow) oder 289 € (Advanced) im Monat bei jährlicher Zahlung, dazu kommen Gebühren pro Verkauf, Apps und eine Domain. Alle Posten stehen in unserem Artikel zu den Shopify-Kosten.
Nein. .de steht nicht in der Liste der Endungen, die Shopify verkauft, ebenso wenig .at und .ch. Du kaufst die Domain bei einem Anbieter deiner Wahl und verbindest sie: A-Record auf 23.227.38.65, www als CNAME auf shops.myshopify.com. Das SSL-Zertifikat stellt Shopify kostenlos aus.
Die Technik steht mit einem fertigen Theme in wenigen Tagen. Länger dauern Produkttexte, Fotos, Rechtstexte und die Prüfung der deutschen Pflichtangaben. Das Verbinden der Domain braucht bis zu 48 Stunden.
Für alle, die verkaufen wollen, ohne Server, Updates und Sicherheit selbst zu betreuen. Weniger passend ist Shopify, wenn ein Shop nur ein kleiner Teil einer großen WordPress-Website ist oder sehr spezielle Abläufe braucht, die keine App abdeckt.
Meist an einer von drei Stellen: falsche Besucher, ein Angebot, das nicht überzeugt, oder Reibung im Kaufweg. Laut Baymard brechen Käufer am häufigsten wegen unerwarteter Zusatzkosten ab (40 %, US-Studie). Wie du die Stelle findest, steht in „Viele Besucher, keine Verkäufe“.
Seit Oktober 2025 bis zu 2.048 Varianten bei bis zu 3 Optionen, vorher waren es 100. Manche Apps und Kauf-Themes kommen mit mehr als 100 Varianten noch nicht zurecht, das vorher prüfen.











